Ins Bild gerückt - Archiv

Hier finden Sie frühere Beiträge aus dem Museum

  • Klassiker neu gemacht

    Der Kinderbuchverlag Kindermann aus Berlin hat es sich zum Ziel gemacht Klassiker der Weltliteratur neu zu inszenieren und für Kinder (und natürlich auch Erwachsene) herauszugeben. So soll ein einfacher und spielerischer Zugriff ermöglicht werden und neue Impulse gesetzt werden. Dabei arbeitet der Verlag mit immer neuen, herausragenden Illustrator*innen zusammen - die wiederum ihre eigenen Schwerpunkte setzen und neue Assoziationen aufwerfen.

    Zwei herausragende Beispiele kommen dabei aus der Reihe "Poesie für Kinder": Rilkes "Der Panther" und Goethes "Der Erlkönig".

    © Kindermann Verlag 2013, Der Erlkönig. Illustriert von Sabine Wilharm. Geschrieben von Johann Wolfgang von Goethe.

    Sabine Wilharm hat sich des Erlkönigs angenommen: Auf kongeniale Weise setzt und übersetzt sie die Ballade in eine moderne Version, wobei sich die Schauerlichkeit des Textes im geradezu kindlich anmutenden Erlkönig erst auf den zweiten Blick erschließt und dadurch umso eindrücklicher wird. Man begleitet den Jungen auf seinem Weg und fiebert mit ihm mit - bis zum ernüchternden Ende. 

    Oder ist es ein neuer Anfang?

    "Der Panther" ist Rilkes wohl berühmtestes Dinggedicht - ein bloßer Zwölfzeiler, den Julia Nüsch als Tag im Leben Rilkes darstellt: Zu Beginn des Buches sieht man den Poeten allein und verzweifelt in seinem Arbeitszimmer, bevor er im Jardin du Plantes, Paris den Panther erblickt. Es entsteht ein Spiel mit den Blicken und eine regelrechte Verschmelzung von traurigem Künstler und derangiertem, ebenfalls traurigem Panther, beide allein, in welches die Lesenden, die Betrachtenden mit einbezogen werden.

    "Poesie für Kinder" ist nicht die einzige Reihe des Kindermann-Verlages: Daneben gibt es auch "Weltliteratur für Kinder", "Sagen für Kinder", sowie eine Biographie und Kunstreihe.

  • Tiere im Bilderbuch

    Tiere kommen ziemlich häufig in Bilderbüchern vor: In Sachbüchern oder Geschichten, als Haustier(e) oder auch als Protagonist*innen. Kinder kennen und verstehen Tiere, jedes Kind kann sich das entsprechende Tier vorstellen. Außerdem werden Tiere häufig genutzt um Probleme der Kinder darzustellen und zu lösen - so dass sie zu Identifikationsfiguren für die kleinen Leser*innen werden und Lösungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen aufzeigen.

    Zwei besonders gelungene, aktuelle Beispiele sind Ben. Mein erster Tag mit Herrn Sowa von Oliver Scherz, illustriert von Annette Swoboda für Kinder ab 3, sowie Die Ameise und der Frosch von Selim Özdogan, illustriert von Clara Sophie Klein für Kinder ab 1.

    Annette Swoboda: Ben. Mein erster Tag mit Herrn Sowa. (Text: Oliver Scherz). Thienemann 2021.

    Ben will ein Haustier und zwar am liebsten ein Meerschweinchen. Ein süßes, putziges Tier zum kuscheln und liebhaben. Aber dann bekommt er doch nur eine Schildkröte! Was soll er denn damit? Schildkröten sind langweilig und langsam und überhaupt nicht kuschelig!

    Also beklebt Ben Herrn Sowa - so heißt die Schildkröte - mit einer kuscheligen Decke. Sehr zum Ärger seiner Mutter! Aber mit der Zeit freunden sich die beiden immer mehr an und erleben sogar ein großes Abenteuer miteinander! 

    Auch in Die Ameise und der Frosch geht es um Freundschaft: Die Ameise sucht nämlich dringend einen Freund. Als ihr der Frosch begegnet, hofft sie, dass er eine Ameise ist. Wenn auch eine große, grüne, hüpfende Ameise – hauptsache eine Ameise! Denn eine Ameise kann doch nur mit einer anderen Ameise befreundet sein, oder? Zum Glück sieht der Frosch das anders. Und so beginnt die wunderbare Freundschaft von Ameise und Frosch.

    Ein tolles, kindgerechtes Plädoyer für Freundschaft und Toleranz.

  • Shoah im Bilderbuch

    Den Holocaust oder die Shoah für Kinder verständlich zu erklären ist angesichts der Schrecken dieses Themas fast unmöglich. Dennoch gibt es viele wunderbare Bilderbücher die genau dies versuchen, denn der Holocaust darf niemals in Vergessenheit geraten.

    Die Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz und Bergen-Belsen Hédi Freid erzählt "Die Geschichte von Bodri", damit es nie wieder passiert. Gemeinsam mit ihrer Freundin Marika und ihrem Hund Bodri lebt Heidi ein unbeschwertes Kinderleben. Beide sind sich sehr ähnlich und verstehen sich fast immer, und dass ihre Eltern unterschiedliche Gebete sprechen, ist für die Mädchen kein wirkliches Thema. Das kommt erst auf, als die deutsche Wehrmacht die Heimatstadt der Kinder besetzt und Heidi als Jüdin nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen kann. Das wird zunehmend schwieriger und irgendwann ist es soweit, dass alle Jüd*innen die Stadt verlassen müssen und fortgebracht werden. Das bringt auch den schmerzvollen Abschied von Bodri, der mit anderen verlassenen Hunden zurückbleiben muss. Der neue Ort ist ein Ort des Verlustes und des Todes, wenig wird davon berichtet. Der Fokus bleibt daher eher bei Bodri, der treu wartet, bis Heidi eines Tages tatsächlich wieder zurückkehrt. Während das Kinderleben in Ausschnitten detailhaft erzählt wird, wird die Darstellung der nationalsozialistischen Todesmaschinerie eher ausgespart. Der Text bleibt bei Andeutungen, die durch ein eindrückliches Bild der beiden ausgezehrten und kahlgeschorenen Schwestern Hédi und Livia am Zaun begleitet werden. Hier übernehmen die realistisch gezeichneten, historisiert wirkenden Tusche-Aquarell-Kombinationen von Stina Wirsén das Erzählen. Die nonverbalen Bilder drücken eindrücklich den katastrophalen Einschnitt aus, den die Deportation darstellt. Ein eindrückliches und eindrucksvolles Buch.

    Peter Sís: Nicky & Vera. Ein stiller Held des Holocaust und die Kinder die er rettete. Gerstenberg 2022.

    Peter Sís wunderbarem Buch "Nicky & Vera. Ein stiller Held des Holocaust und die Kinder die er rettete" gelingt es, die Schrecken darzustellen, aber eben auch Hoffnung, Mut und Menschlichkeit zu zeigen. "Nick & Vera" erzählt poetisch und in anrührenden Bildern die wahre Geschichte von Nicholas Winton. Dieser sagte 1938 kurzerhand seinen Skiurlaub ab und fährt stattdessen nach Prag. Er rettet in den darauffolgenden Wochen und Monaten fast 700 jüdische Kinder vor den Nazis, indem er Kindertransporte von Prag nach England organisiert. Eines dieser Kinder ist die kleine Vera Gissing, die im Sommer 1939 ihr Dorf und ihre Familie verlässt. Sie wird die Nazizeit überleben, aber ihre Familie nie wiedersehen.

    Wie es ist, wenn man sein Zuhause verlassen muss, das können schon kleine Kinder verstehen. Und auch, dass da ein Mensch ist, der es als seine Aufgabe begreift, anderen zu helfen und nicht wegzusehen.

    Mit "Zwei von jedem" ist Rose Lagercrantz ein Meisterwerk gelungen: Die Geschichte einer Kinderfreundschaft, aus der Liebe wird, und die tief berührt. "Zwei von jedem" ist tief in Rose Lagercrantz’ Familiengeschichte verwurzelt (ihre Eltern überlebten den Holocaust) und durch die Illustrationen ihrer Tochter Rebecka ein Familienprojekt.

    Siebenbürgen in den 1940er-Jahren: Eli und Luli sind neun Jahre alt und unzertrennlich. Selbst als Eli plötzlich schwer krank wird, bleibt Luli an seiner Seite. Kaum ist er genesen, muss Luli ihrem Vater nach Amerika folgen. Eli bleibt voller Sehnsucht zurück, doch sein Leben geht weiter. Er feiert seine Bar-Mizwa und wird erwachsen. Der Zweite Weltkrieg bricht aus, Juden müssen einen Stern tragen, werden aus ihren Häusern vertrieben und nach Auschwitz deportiert. So auch Eli. Er überlebt – in seinen Gedanken immer bei Luli. Als Eli nach dem Krieg nach Schweden kommt, ist er zunächst ohne Perspektive. Doch dann erreicht ihn ein lang ersehnter Brief aus New York … Der Holocaust und die Schrecken der NS-Zeit sind hier ein Teil der kindlichen Realität, was der Geschichte viel Authentizität verleiht.

  • Wie entsteht eine Ausstellung - Eindrücke

    Nach dem das Thema der Ausstellung entschieden wurde, müssen alle passenden Illustrationen rausgesucht werden.

    Anschließend werden diese passepartouriert und gerahmt.




    Danach wird entschieden welches Bild wo hin kommt. Meist entscheiden thematische Kriterien, manchmal chronologische oder ästhetische.




    Auch weitere Dekorationselemente fließen in die Ausstellung mit ein.

    Ab sofort sehen Sie das fertige Ergebnis in unsere großen Jubiläumsausstellung: 40 Jahre Bilderbuchmuseum Troisdorf. 

  • Merav Salomon in der Sammlung des Bilderbuchmuseums

    Mit großzügiger Unterstützung des Vereins zur Förderung der Kinderbuch-Kunst des Museums der Stadt Troisdorf konnten verschiedene Werke der zeitgenössischen israelischen Künstlerin Merav Salomon erworben werden.

    Merav Salomon, geboren 1967 in Tel Aviv hat deutsche Großeltern, die noch vor der Shoah auswanderten und ihre Liebe zur deutschen Kultur und zum deutschen Bilderbuch mit nach Israel brachten. Dies prägte Salomons Bild von Deutschland nachhaltig, während sie gleichzeitig mehr und mehr über die Schrecken der Shoah lernte und Deutschland als Land der Täter zu begreifen begann. 

    Diese Diskrepanz prägt bis heute ihre Illustrationskunst, die doch bisweilen an die großen deutschen Illustratoren wie Walter Trier und Wilhelm Busch erinnert und gleichzeitig Themen wie Tod, Krieg und den Holocaust verarbeitet.

    Nachdem 2018 die Ausstellung "Staying Alive. Bilderzählungen von Merav Salomon" ein voller Erfolg für das Museum war, war klar, dass Illustrationen dieser bedeutenden israelischen Künstlerin mit deutschen Wurzeln den Bestand der Museumssammlung vortrefflich ergänzen würden. So wurde mit Hilfe des Fördervereins ein Ankauf von 20 Arbeiten zu "The archive of the Hand of Chance" aus dem Jahr 2016 realisiert. Darin verarbeitet die Illustratorin die Geschichte ihrer Urgroßmutter Regina Korn, die in Polen lebte, während des 2. Weltkrieges zunächst nach Auschwitz, anschließend nach Bergen-Belsen deportiert wurde und kurz nach der Befreiung durch die Briten verstarb.

    Ihr Grafikdesign-Studium absolvierte Salomon an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem, wo sie heute als Professorin tätig ist. Ihre Arbeiten erhielten zahlreiche Auszeichnungen wie den Sharet Foundation Prize sowie den Distinguished Award der Israeli Council for Art and Culture. Merav Salomons Illustrationen erschienen unter anderem in der New York Times und dem New York Magazine.

    Wir freuen uns dieses bedeutende Kontingent zeitgenössischer Kunst in der Illustrationssammlung des Bilderbuchmuseums begrüßen zu dürfen. 

    Merav Salomon: The archive of the Hand of Chance. Jerusalem 2016.


  • Refugees Welcome

    Bilderbüchern erklären Kindern (und Erwachsenen) die Welt und außer Corona und dem Umweltschutz war eins der großen Themen der letzten Jahre die Flüchtlingskrise und der andauernde Migrationsdruck auf die (west)europäischen Länder.

    Diese kleinen Kindern begreiflich zu machen birgt große Schwierigkeiten, aber die beiden hier vorgestellten Bücher geben einen kleinen Einblick: 

    Salma ist nach ihrer Flucht mit ihrer Mutter in einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg gelandet. Alles ist komisch, sie versteht kaum jemanden und Mama ist nur noch traurig und gestresst. Da beschließt sie Mama eine Freude zu machen und ein syrisches Foul Shami für sie zu kochen. Aber alles geht schief: Die deutschen Zutaten-Namen fallen ihr nicht ein und wie soll sie nur an das Rezept kommen? Mit der Unterstützung von netten Menschen geht aber alles gut und Mama kann endlich wieder lächeln.

    Danny Ramadan verarbeitet kindgerecht seine eigene Flucht- und Ankunftserfahrung und Anna Brons Bilder erwecken die Geschichte zum Leben.

    Leidig, Daniela & Leidig, Jonas: Die Geschichte von Elenis Konfetti. Refugees Welcome. Minedition 2021.

    Die Geschichte von Elenis Konfetti berichtet aus europäischer (Kinder)Perspektive: 

    Eleni versteht überhaupt nicht, warum die Neuankömmlinge auf ihrer kleinen griechischen Insel zelten müssen und kein Zuhause mehr haben und warum sie dieses überhaupt verlassen mussten. Oma erklärt so gut sie kann, ist aber in ihrer eigenen Hilflosigkeit gefangen. Die beiden bringen den Geflüchteten selbstgekochte Marmelade, aber "Das Leben in den Zelten muss schlimm sein - auch wenn man Omas Marmelade drauf schmiert". 

    Gemeinsam beschließen Oma und Eleni alle Inselbewohner zum Helfen zu bringen; gemeinsam werden sie das Leben der Geflüchteten vielleicht verbessern können und die Insel könnte ein Zuhause für alle werden.

    Ein Buch das zumindest ein kleines bisschen Mut macht.

  • Bücher unterm Weihnachtsbaum

    Natürlich finden wir, dass Bücher die besten Geschenke der Welt sind! Und hier sind 2 die uns besonders gefallen haben:

    Nadia Budde hat den Grinch fabelhaft neu übersetzt und gereimt. Der zeitlose Kinderbuchklassiker von Dr. Seuss gehört spätestens seit der Neuverfilmung zu den bekanntesten Weihnachtsfiguren. 

    Die Geschichte ist bekannt: Der Grinch hasst Weihnachten und zwar alles, von Geschenken über den Gesang und die Dekorationen. Also will er das Fest vermasseln: Er verkleidet sich als Weihnachtsmann, zwängt sich durch die Kamine in die Häuser der Huhs und klaut ihnen alle Weihnachtsvorbereitungen weg: Baum, Geschenke, Weihnachtsschmuck; selbst die Kühlschränke leert er bis auf den letzten Krümel. Doch sein Plan geht nicht auf den Zauber und die Liebe des Weihnachtsfests kann er nicht stehlen, und am Ende wird selbst sein hartes, kleines Herz weich und groß.

    Alexander Steffensmeier: Lieselotte Weihnachtskuh. Fischer Sauerländer 2021.

    Ganz anders Lieselotte: Sie fiebert Weihnachten entgegen, doch dann geht einfach alles schief. Die Wunschzettel sind nicht beim Weihnachtsmann angekommen und das ist ihre Schuld.

    Ihr Versuch Weihnachten zu retten scheitert furchtbar. 

    Keiner wird Geschenke bekommen.

    Und Schnee gibt es auch keinen. Was soll sie bloß machen? 

    Ein Vorlesespaß für Klein und Groß mit der liebenswerten Lieselotte.

  • Umweltschutz im Bilderbuch!?!

    Julia Neuhaus: Die Klimaschweine. (Text: Till Penzek). Kunstanstifter 2020.

    Da Bilderbücher alle Themen der Gesellschaft für Kinder aufbereiten, gibt es seit Jahrzehnten auch welche zum Thema Umwelt und Umweltschutz. Kinder sollen so unterhalten werden und dabei für das Thema sensibilisiert werden. 

    Während der Ausstellung zum Troisdorfer Bilderbuchpreis 2021 kürte die Besucher*innenjury Die Klimaschweine von der Illustratorin Julia Neuhaus (Text: Till Penzek) als Lieblingsbuch. 

    Den Klimaschweinen darin geht es saugut! Sie schwelgen in einem Leben aus materiellem Luxus. Unterdessen wird es weit entfernt im Pinguinland immer wärmer. Unter Anleitung ihres Professors machen sich die Pinguine auf die Reise ins Schweineland. Sie wollen die Klimaschweine zur Rede stellen. Aber im Schweineland will ihnen zunächst einmal niemand zuhören. Erst als auch vor Ort das Klima immer ungemütlicher wird, sind die Schweine gewillt etwas zu verändern. Nur was?


    Auch Johanns Welt ist in Unordnung. Sein Zimmer steht unter Wasser, der Garten, die Felder, die Wiesen sind überschwemmt, im Wasser treiben Eisschollen und in einem Kajak rudern Männer und Frauen in Eskimopelzen auf ihn zu. Wollen die etwa zu ihm? Schnell schleicht er sich zu seiner Oma ins Dachzimmerchen, die vor dem Fernseher sitzt und seufzt: »Das Wetter spielt total verrückt. Wie soll das bloß alles enden?« Die grünen Stiefel ist das Bilderbuch zur Stunde. Die Klimakatastrophe ist in aller Munde, die Kinder hören mit. Aber wie kommt bei ihnen an, worüber die Erwachsenen reden? Möglicherweise genau so, wie der renommierte Kinderbuchautor und -illustrator Hans Traxler davon erzählt: In traumhaften Bildern einer fantastischen Geschichte. Sie kommen zu uns, die großen und kleinen Eisbären, Schlittenhunde und Robben, die riesigen Walrösser, die Eskimos in echt oder nur im Traum? Was ist passiert? 

    Ein traumhaft schönes Bilderbuch zum Klimawandel zum Nachdenken und Mitreden.

  • Herzlichen Glückwunsch an Sydney Smith

    Sydney Smith: Unsichtbar in der großen Stadt. Aladin 2020.

    Sydney Smith ist mit dem Jugendliteraturpreis im ausgezeichnet worden. Der kanadische Illustrator und Autor hat mit seinem Buch "Unsichtbar in der großen Stadt" ein Meisterwerk der Bilderbuchkunst geschaffen, wie es in der Jurybegründung heißt. Die Geschichte folgt einem kleinen Jungen, der in einer schneebedeckten grauen Großstadt unterwegs ist und dabei eine Mission verfolgt.

    Das Buch besticht durch seinen Detailreichtum und seine Rätselhaftigkeit, es lädt ein zum Blättern und Staunen.

  • Demokratie im Bilderbuch

    Die Bundestagswahl hat in den letzten Wochen und Monaten viele Menschen in Deutschland beschäftigt. Wenig überraschend wird das Thema auch in aktuellen Bilderbüchern aufgegriffen: 

    Während Wählt Wolf! von Davide Cali und Magali Clavelet (erschienen im Picus Verlag) durch seine Bildsprache deutliche Reminiszenzen an den amerikanischen Wahlkampf hervorruft, erklärt Bestimmer sein. Wie Elvis die Demokratie erfand von Katja Reider und Cornelia Haas (erschienen bei Hanser) wie Demokratie überhaupt funktioniert und dass der Stärkere nicht immer Recht hat.

    Cornelia Haas (Illustrationen), Katja Reider (Text): Bestimmer sein. Wie Elvis die Demokratie erfand. Hanser 2021.
    Dunja Schnabel (Illustration), Katja Reider (Text): Jetzt bestimme Ich, Ich, Ich! Carlsen 2021.



    Dunja Schnabel illustriert klar und kindgerecht die Geschichte von Juli Zeh Jetzt bestimme Ich, Ich, Ich! (erschienen bei Carlsen), die versucht demokratische Grundprinzipien auf eine Familie anzuwenden. Wer bestimmt wo man hingeht, was gegessen wird, und wer das Essen überhaupt zubereiten muss? Wer darf über wen bestimmen und was passiert, wenn alle nur ihr eigenes Ding machen? Wie findet man einen Kompromiss und wer setzt ihn durch? Und wie kann man überhaupt harmonisch zusammen leben?

  • Corona im Bilderbuch

    Bilderbücher sind oft ein Medium um Kindern die Welt und schwierige Sachverhalte zu erklären. Kein Wunder also, dass eine ganze Reihe von Corona-Bilderbüchern in den letzten Monaten erschienen ist. 

    Da werden verschiedene Aspekte beleuchtet: 

    Du, was machst du gerade? Eine Geschichte von Robert und Marie. Mit Illustrationen von Albertine und Text von Germano Zullo. Aladin : 2021.

    Albertine und Germano Zullo beschreiben im zauberhaften Du, was machst du gerade? Eine Geschichte von Roberto und Marie die Tücken des Homeoffices mit Kind. 

    Drinnen draußen erzählt von den plötzlichen Veränderungen, die sich für die Menschen, aber auch für die Natur ergeben haben, während Seelöwen auf dem Parkplatz von den Rückeroberungen der Natur in einer stillstehende Welt berichtet.

  • Martin Perscheid - ein Nachruf

    Am 31. Juli verstarb der deutsche Cartoonist Martin Perscheid (geb. 16.02.1966 in Wesseling) nach einem Krebsleiden.

    Der gelernte Druckvorlagenhersteller veröffentlichte seit 1995 regelmäßig "Perscheids Abgründe" in verschiedenen Zeitungen und dazu diverse Bücher. 

    Mit beißendem, schwarzem Humor, oft spöttisch und dazu tagesaktuell, verstand er es den Leser*innen (und der Politik) immer wieder den Spiegel vorzuhalten und machte dabei auf Missstände aufmerksam.

    In seiner langjährigen Tätigkeit schuf er über 4000 Cartoons und war außerdem Träger des renommierten Max- und Moritz-Preises für die beste deutschsprachige Cartoonserie.

    Perscheid, Martin: Perscheid Cartoons. Lappan, Oldenburg : 2021. (Erscheint im September)
  • Eric Carle - ein Nachruf

    Am 23.05.2021 starb der weltberühmte Bilderbuchillustrator Eric Carle.

    Geboren von deutschen Auswanderern am 25.06.1929 in Syracuse, New York, verbrachte er einen Teil seiner Jugend und frühen Erwachsenenjahre in Deutschland, bevor er wieder in die USA zurückkehrte. Dort war er zunächst bei der New York Times und in einer Werbeagentur beschäftigt, bevor er sich als Graphiker und Illustrator selbstständig machte.

    Sein berühmtestes Bilderbuch ist wohl "Die kleine Raupe Nimmersatt", aber darüber hinaus illustrierte und verfasste er über 70 weitere (Bilder)Bücher, etwa "Brauner Bär, brauner Bär, wen siehst du" und "Die kleine Spinne spinnt und schweigt".

    Übrigens: Auf niederländisch heißt die kleine Raupe Nimmersatt: Rupsje Nooitgenoeg. Sie wurde in über 80 Sprachen übersetzt und weltweit millionenfach verkauft. Jedes Kind kennt die Zeilen:

    Am Montag fraß sie sich durch einen Apfel, aber satt war sie noch immer nicht.
    Am Dienstag fraß sie sich durch zwei Birnen, aber satt war sie noch immer nicht...

    1999 widmete das Bilderbuchmuseum ihm eine Ausstellung, was ihn ja möglicherweise inspirierte wenige Jahre später ein eigenes Museum in Amherst, Massachusetts zu eröffnen.

    Eric Carle: Die kleine Raupe Nimmersatt. Gerstenberg. Erstmals erschienen 1969.