Archiv

Archiv des Bilderbuchmuseums

In über vierzig Jahren Museumsgeschichte sammeln sich so viele Ausstellungen und Veranstaltungen an, dass wir diese Seite sukzessive ausbauen. Bitte haben Sie Verständnis.

  • Klassiker neu gemacht (03.09.2022 - 23.10.2022) 

    Jessica Frascht: Der Panther (Text: Rainer Maria Rilke)

    Eine Ausstellung in Kooperation mit Professorin Henriette Sauvant und Studierenden der Hochschule Trier.

    Anlässlich des 13. Workshops der Stiftung Illustration stellen Studierende der Hochschule Trier ihre Arbeiten zum Thema „Klassiker neu gemacht!“ aus. Aufgabe für die Studierenden war es, der Fragestellung nachzugehen, wie durch Illustrationen eine Neuinterpretation klassischer Texte gelingen kann. So entstanden zunächst Entwürfe, Studien und Skizzen zu Texten wie Der Panther von Rainer Maria Rilke, Der Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe oder Krabat von Otfried Preußler. Im Anschluss erfolgten die illustrativen Ausführungen, wobei die gestalterische Umsetzung freigestellt war.

    Angeleitet wurden die Studierenden durch die mehrfach ausgezeichnete Illustratorin und langjährige Professorin Henriette Sauvant, die seit 2013 an der Hochschule Trier im Fachbereich Gestaltung und Kommunikation lehrt.

    Die sehr unterschiedlichen, aber in ihrer Qualität bemerkenswerten Arbeiten der Studierenden werden in der Zeit vom 2. September bis zum 23. Oktober 2022 im Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf zu sehen sein. Sie sind inhaltlich Teil des Workshops der Stiftung Illustration, der unter dem gleichnamigen Titel „Klassiker neu gemacht!“ vom 2. bis zum 3. September 2022 im Bilderbuchmuseum durchgeführt wurde.

  • 20 Jahre LöwenLiebe

    Seit über 20 Jahren ist Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte (Beltz & Gelberg, 2002) ein Klassiker. Der Löwe, dieser untalentierte, cholerische, aber im Scheitern so beliebte König der Tiere, ist Pate, Maskottchen und Bildungsbotschafter für zahlreiche Kinder geworden. Seit 20 Jahren ist rund um den Löwen eine kleine, kluge Welt des neugierigen Lernens und lustvollen Scheiterns entstanden – so auch mit dem Jubiläumsbilderbuch Die Geschichte vom Löwen, der nicht malen konnte (Beltz & Gelberg, 2022).

    Diese weitere „kunstvolle Unfähigkeit“ des Löwen haben Martin Baltscheit, der Verlag Beltz & Gelberg, die Tonies, das Unternehmen Faber-Castell und das Bilderbuchmuseum Troisdorf zum Anlass genommen, zu einem Malwettbewerb für Kinder im Alter zwischen 5 und 10 Jahren aufzurufen. Unter dem Motto „Male mir ein Bild von dir!“ entstanden insgesamt 1.317 Selbstporträts (!), die aus Deutschland, Österreich, Italien und sogar aus den USA ins Museum gesandt wurden.

    Mitte Mai wurden die Einsendungen der Kinder juriert und sind nun Teil der Ausstellung „20 Jahre Löwen-Liebe“. Ergänzt wird die Ausstellung durch Illustrationen und Textzitate aus dem Werk von Martin Baltscheit. Außerdem gibt es das „Große Gemälde der Selbstporträts“, inspiriert durch die Arbeiten der Kinder. 

    Martin Baltscheit gilt als einer der talentiertesten Erzähler im deutschen Bilderbuch. Er schreibt Bücher und Stücke, illustriert, arbeitet als Sprecher, produziert Hörspiele, führt Regie beim Film und ist für seine zahlreichen Talente vielfach ausgezeichnet worden. 2010 erhielt er für Die besseren Wälder (als Roman erschienen bei Beltz & Gelberg, 2013) den Deutschen Jugendtheaterpreis, 2011 wurde sein Bilderbuch Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor (Bloomsbury, 2010) mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis prämiert. 2014 wurde er vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Lesekünstler des Jahres ausgezeichnet, 2016 erhielt er den Deutschen Kindertheaterpreis und 2018 den Deutschen Kinderhörspielpreis des MDR für Krähe und Bär (erschienen bei Oetinger Audio, 2016). Auch sein filmisches Schaffen ist preisgekrönt: 2014 gewann sein Film Die Nacht des Elefanten (ZDF, 2012) den Deutschen Kurzfilmpreis, der Verband deutscher Filmkritiker wählte Nur ein Tag (W-Film, 2016) zum Besten Kinderfilm. 

  • 40 Jahre Bilderbuchmuseum - Bestandsausstellung (15.05.2022 - 28.08.2022)

    1982 öffnete das heutige „Museum Burg Wissem – Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf“ seine Türen und zeigte erstmals seine Sammlung künstlerischer Originalillustrationen, historischer und moderner Kinder- und Jugendbücher wie auch Künstlerbücher. Vor allem durch seine Sammlung von Originalillustrationen nimmt das Bilderbuchmuseum bis heute eine einzigartige Stellung innerhalb der europäischen Museumslandschaft ein. 

    Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Bilderbuchmuseum eine große Bestandsausstellung. Dabei treten „Rotkäppchen“ und „Pippi Langstrumpf“ ebenso in Erscheinung wie Janoschs Tiger und Bär oder die Prinzessin mit ihrem Froschkönig. Außerdem stellen sich bedeutende Institutionen des Bilderbuchmuseums vor: Der Troisdorfer Bilderbuchpreis und der Förderverein des Bilderbuchmuseums, das Troisdorfer Bilderbuchstipendium und die Stiftung Illustration, die alle mit ihrer Arbeit das Bilderbuchmuseum und die Bilderbuchkunst fördern.

  • Die drei ???: Aiga Rasch und das Abenteuer auf Burg Wissem (13.03.2022 - 12.06.2022)

    18 Millionen verkaufte Bücher in Deutschland, über 50 Millionen verkaufte Hörspiele, dazu Spiele, Detektiv-Spielzeuge und andere Merchandise-Artikel – kaum eine Kinder- und Jugendbuch –bzw. Hörspielserie hat in den vergangenen Jahrzehnten einen solchen Siegeszug durch die deutschen Kinderzimmer angetreten wie Die drei ???.

    Seit über 50 Jahren übernehmen die Detektive aus Rocky Beach jeden Fall – und Generationen von Kindern, Jugendlichen und auch jung gebliebenen Erwachsenen sind dabei, wenn Mumien flüstern, Teufel tanzen, dreckige Deals aufgedeckt oder Rätsel um gefährliche Erbschaften oder gar Ufos gelöst werden müssen.

    Coverentwurf von Aiga Rasch: Die drei ??? und die singende Schlange. Die drei ??? © 1975 Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. Farbige Illustration von Aiga Rasch.

    Ihren Erfolg verdanken die drei Detektive hierzulande nicht zuletzt den ikonischen Illustrationen der Stuttgarter Künstlerin Aiga Rasch (1941-2009). Nachdem die Buchreihe 1968 in Deutschland beim KOSMOS Verlag mit mäßigem Erfolg gestartet war, entwarf sie – auf eigenen Wunsch hin und mit dem Versprechen, kein Honorar zu verlangen, sollte dem Verlag ihr Entwurf nicht gefallen – das erste Buchcover mit dem prägnanten Schriftzug der Fragezeichen in weiß, rot und blau und einer später dann farbenfrohen Illustration vor schwarzem Hintergrund. Wurde dieses damals unkonventionelle Design vom Verlag zunächst mit Skepsis aufgenommen, gab der Erfolg der Künstlerin schließlich recht: Ihre Entwürfe wurden Kult und machten Die drei ??? zur unverwechselbaren Marke.

    Grund genug, der Künstlerin Aiga Rasch und dem Phänomen Die drei ??? in einer großen Sonderausstellung im Bilderbuchmuseum auf den Grund zu gehen. Neben den bekannten Cover-Illustrationen zu den Die drei ??? werden auch diverse Entwürfe, Skizzen und Vorlagen sowie weitere, ganz andere Werke der Künstlerin gezeigt. Zudem präsentiert die Ausstellung Werke weiterer Illustrator*innen aus dem In- und Ausland sowie spannende Weiterentwicklungen und Neuinterpretationen der Reihe. Dabei können kleine und große Besucher*innen, Detektive - und solche, die es werden wollen - in die spannende Welt der Die drei ??? eintauchen, die Zentrale von Justus, Peter und Bob auf dem Schrottplatz besuchen und selbst das spannende Rätsel um das Abenteuer auf Burg Wissem lösen. 

  • Ukraine: gestern heute (08.04.2022 - 08.05.2022)

    Die Ausstellung „Ukraine: gestern & heute“ verbindet zwei Bildzyklen: Der erste bezieht sich auf das Kunstprojekt „Yellow & Blue“. Dieses gibt Einblicke in kulturelle und touristische Sehenswürdigkeiten – und zeigt gesellschaftliche, landschaftliche und historische Besonderheiten der Ukraine.

    Diesem ersten Zyklus stehen illustrativ gestaltete Plakate gegenüber, die den aktuellen Krieg in der Ukraine auf unterschiedlichen Ebenen thematisieren und die umfangreiche Zerstörung, aber auch Flucht und Hoffnung des ukrainischen Volkes verdeutlichen. 

    Gestaltet wurden das „Kriegstagebuch“ und die Bilder zum Projekt „Yellow & Blue“ von ukrainischen Illustrator*innen, Grafik-Designer*innen und Künstler*innen. Sie sind Mitglieder des „Pictoric Illustrators Club“, der 2014 durch Olena Staranchuk, Oleh Gryshchenko und Anna Sarvira gegründet wurde. Ziel des „Pictoric Illustrators Club“ ist es, mittels qualitativ herausragender Illustrationskunst weltweit auf die Ukraine aufmerksam zu machen.

    In Finnland, Polen, Ungarn und Frankreich sind zur Zeit Ausstellungen im urbanen Raum oder in Galerien und Bibliotheken realisiert. Auch in Deutschland wird es weitere Präsentationen der Illustrationen geben, wie z.B. im K20 in Düsseldorf.

  • Hans Delfosse: Malerei Papierarbeiten Leporellos (13.02.2022 - 01.05.2022) 

    Das Bilderbuchmuseum Burg Wissem hat es sich seit einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, in einer lockeren Folge von Ausstellungen Künstlerbücher in ihren vielfältigen Ausformungen und Facetten auszustellen. Mit Hans Delfosse wird das Museum diesem Ausstellungskonzept in besonderer Weise gerecht.

    Hans Delfosse ist ein Meister der Linie. Diese werden entweder frei oder mit Lineal auf Papier, Karton oder Holz gezeichnet und so dicht neben einander gesetzt, bis sich eine farbige Fläche ergibt. Es folgen weitere Schichten, die auf die gleiche Weise entstehen und die Fläche verdichten. Filigrane Strukturen, Variationen von Mustern sind die Folge, die einen Grundrhythmus schaffen. Makrostrukturen kommen hinzu, verbinden einzelne Formen zu geometrischen Figuren oder werden durch Farbstege zusammengefasst. Dieses Bild wird in zahlreichen Variationen mehrfach abgewandelt, mit neuen Techniken ausprobiert und umgesetzt. Vielfalt und Wandelbarkeit im Ähnlichen werden somit künstlerisch ausgereizt und fordern vom Betrachter ein Höchstmaß an Ruhe und Konzentration.

    Hans Delfosse, der an der Kölner Werkkunstschule studierte und dort viele Jahre als Dozent für grafische Techniken tätig war, zeigte seine Ritzzeichnungen, Collagen und Aquarelle bereits 2007 im Museum Burg Wissem. Der Schwerpunkt der diesjährigen Ausstellung liegt auf der Malerei, den Papierarbeiten und Leporellos, die der Künstler in den letzten Jahren schuf. Damit ermöglicht die Ausstellung einen Einblick in eine weitere, neue Schaffensperiode von Hans Delfosse und feiert zugleich einen Künstler, der bis heute eine sehr eigenständige und konsequente Position innerhalb der zeitgenössischen Kunstszene behalten hat.

  • Wie im Märchen... Rotkäppchen, Rapunzel & Co. (28.11.2021 - 06.03.2022)

    „Es war einmal...“, so fangen die meisten Märchen an. Und obwohl die Geschichten um Schneewittchen, Rumpelstilzchen oder Rotkäppchen schon viele Jahre alt sind, haben sie auch heute für Groß und Klein nichts von ihrem Zauber verloren. Grund dafür sind zeitlose Abenteuer, Geschichten von Gut und Böse und nicht zuletzt zahlreiche Neuauflagen, modernisierte Varianten und fantasievolle Illustrationen. Im Rahmen der diesjährigen Mitmachausstellung präsentiert das Bilderbuchmuseum spannende Werke aus dem Sammlungsbestand ab dem 24.11.2021 im Erdgeschoss des Museums. 

    Hierbei dürfen Illustrationen zu bekannten Märchen wie Dornröschen, der Prinzessin auf der Erbse oder den Bremer Stadtmusikanten ebenso wenig fehlen wie eher unbekannte Schätze zu Märchen wie dem Fundevogel oder den zwei Brüdern. 

    Die erste Etage widmete sich ganz "Rotkäppchen". Es gab viele Wölfe und natürlich einen (fast) echten Wald. Außerdem wurde die Sammlung Waldmann neu präsentiert und der Rotkäppchen-Raum eröffnet jetzt ganz neue Perspektiven auf das Märchen.

    Trotz der aktuell bestehenden Vorsichts- und Schutzmaßnahmen sollten auch in diesem Jahr die kleinen Besucher nicht zu kurz kommen. Wie immer gab es neben spannenden Bastel- und Kreativstationen unter anderem eine Hexenstube, das Ankleidezimmer des Kaisers sowie das Bett der Prinzessin auf der Erbse zu bestaunen. 

  • TROISDORFER BILDERBUCHPREIS 2021 (05.09.2021 - 21.11.2021)

    Der Troisdorfer Bilderbuchpreis wurde in diesem Jahr zum 23. Mal verliehen.

    Er ist nach wie vor der einzige Spezialpreis für künstlerische Bilderbuchgestaltung im deutschsprachigen Raum. Die diesjährige Jury, die am 20. Mai 2021 im Bilderbuchmuseum eintraf, setzte sich aus der Fachjournalistin, Referentin und Autorin Antje Ehmann, der Programmleiterin des Kölner Jungen Literaturhauses Ines Dettmann sowie der Leiterin des Bilderbuchmuseums Troisdorf Pauline Liesen zusammen. Eine beratende Stimme hatte Dietlind Keutmann von der Stiftung Alsleben. Der Kinderjurypreis wurde von 16 Kindern aus insgesamt acht Troisdorfer Grundschulen gewählt.

    Nele Brönner: Frosch will auch. Tulipan 2020.

    Die Jury entschied einstimmig, der in Berlin lebenden Illustratorin Nele Brönner und dem Buch Frosch will auch (Tulipan Verlag, 2020) den ersten Preis zuzuerkennen. Nele Brönner zeichnete mit farbiger und schwarzer Tusche, feinen Pinseln und Buntstiften und verband schließlich Analoges mit Digitalem. Im Ergebnis entstand eine ganz eigene Welt, bevölkert mit kleinen Tieren in einem verwilderten Garten. In ihm versammeln sich Salamander, Feldmaus oder Maulwurf zu einem wichtigen Ereignis. So hat Igel zum Kostümball eingeladen – alle, nur Frosch nicht, der grundlos außen vor bleibt. Nach anfänglicher Enttäuschung greift Frosch zur Eigeninitiative: Ohne Einladung geht er zum Ball – im schönsten Kaktus-Kostüm des Abends.
    Mit ihren Illustrationen nimmt Nele Brönner einfühlsam Anteil an Froschs Enttäuschung, zeigt aber auch mit viel Bildwitz den Wandel der Geschichte. Letztendlich ist es ausgerecht Igel, der den Frosch wegen seines Kostüms lobt, und damit die Freundschaft neu beschließt, die durch das Gefühl anfänglicher Ausgrenzung „ernsthaft“ gefährdet war.

    Stilistisch und inhaltlich völlig anders arbeitet die Illustratorin Tatia Nadareischwili, die aus Georgien stammt. Ihr Buch Tina hat Mut (Baobab Books, 2020), das den 2. Preis des Troisdorfer Bilderbuchpreises erhielt, zeigt sich durchgehend in einem eher minimalistischen Setting. So wird mit dezenten Linien und wenigen Farben ein Stelzenhaus am Rande eines Bambushains entworfen und damit auf Georgien, das Land der eigenen Kindheit, angespielt. Tatsächlich sind es viele Erinnerungen an frühere Zeiten, die die Illustratorin in ihrem Bilderbuch spiegelt. Das Buch selbst handelt von einem Mädchen namens Tina, das in Begleitung ihres Hundes den dunklen Bambuswald durchquert, vor dem sie sich eigentlich fürchtet. Den Weg weist ihr anfangs ein Kreisel, den ihr der Vater vor seiner Abreise schenkte. Indem sie weiteren Zeichen, die im Wald verborgen sind, folgt, trifft sie schließlich auf den Jungen Kosta, mit dem sie umgehend Freundschaft schließt. Damit wird der Entdecker-Mut Tinas reich belohnt: Die neue Freundschaft war es wert, sich ein Herz zu nehmen und neues, unbekanntes Terrain zu durchqueren.

    Von „Warteschlangengeschichten“, die uns spätestens seit der Corona-Pandemie äußert vertraut sind, handelt das dritte Preisträgerbuch des Troisdorfer Bilderbuchpreises. Dabei zielt das Bilderbuch von Lena Hesse mit dem Titel Hallo, ist hier hinten? (Nilpferd, 2020) nicht auf Corona-Erfahrungen. Vielmehr spiegelt die Illustratorin eine ganz normale Situation im Sommer: Eine Warteschlange vor einem Eiswagen, die vor allem in Berlin (hier lebt die Illustratorin) und nach KiTa-Schluss entsetzlich lang zu sein scheint. Reale Situationen, die sich in solchen Warteschlangen ergeben, waren Auslöser für das jetzt vorliegende Bilderbuch, in dem sich Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder von Lena Hesse in der Schlange der Wartenden einreihen. Die Wartenden reden miteinander, geben sich Zeichen, interagieren – oder stehen nur für sich. Wie die Gesprächsfäden verlaufen, erfährt der Betrachtende, indem er immer wieder im Buch vor- und zurückblättert. Damit wird eine Erzählebene bedient, die ausschließlich im Buch funktioniert – mit viel Zeit und der Möglichkeit, durch das wiederholte Blättern im Buch die zahlreichen Geschichten zu entdecken und selbst (weiter) zu erzählen.

    Für Geschichten, die tatsächlich von jungen Menschen gelebt werden, entschieden sich die Troisdorfer Grundschüler*innen, indem sie den Kinderjurypreis an das Buch Activists (Jacoby & Stuart, 2020) vergaben. In ihrem eher dokumentarisch ausgerichteten Sachbuch illustrierte Patricia Thoma in Schwarz-Weiß-Illustrationen und mit farbigen Hervorhebungen sehr eindrucksvoll das Handeln junger Menschen, die aktiv die Zukunft gestalten und dazu beitragen, dass die Welt gerechter und vor allem lebenswerter wird. Text und Bild des Buches zeugen im Zusammenspiel von einer ungeheuren Kraft, die den Funken auf die Troisdorfer Schüler*innen überspringen ließ. Diese erkannten die in Buch und Bild angesprochene wichtige Thematik sofort, schätzten aber auch die hohe Qualität der Illustrationen. Beides überzeugte die Schüler*innen, im Jahr 2021 ihren Preis dem Buch Activists zukommen zu lassen.

    Die Besucher*innenjury kürte während der Ausstellung Die Klimaschweine von der Illustratorin Julia Neuhaus (Text: Till Penzek) als Lieblingsbuch. Den Klimaschweinen darin geht es saugut! Sie schwelgen in einem Leben aus materiellem Luxus. Unterdessen wird es weit entfernt im Pinguinland immer wärmer. Unter Anleitung ihres Professors machen sich die Pinguine auf die Reise ins Schweineland. Sie wollen die Klimaschweine zur Rede stellen. Aber im Schweineland will ihnen zunächst einmal niemand zuhören. Erst als auch vor Ort das Klima immer ungemütlicher wird, sind die Schweine gewillt etwas zu verändern. Nur was?

    Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen sowie Texten von Ines Dettmann, Antje Ehmann, Christine Knödler, Pauline Liesen und Jennifer Walther-Hammel. Bei Interesse können Sie einen Katalog per Mail bestellen.

  •  Kinder brauchen Monster - Rosi in der Geisterbahn (24.08.2021 - 14.11.2021) 

    Die Bilderbuchgeschichte Rosi in der Geisterbahn (Beltz & Gelberg, 2005) handelt von der liebenswerten Häsin Rosi, die schon seit einiger Zeit keine ruhige Nacht mehr verbringt, da ein stets sich wiederholender Albtraum sie quält. Wie es Rosi gelingt, ihren Albtraum zu bewältigen und sich vom Angst-Hasen zum Mut-Hasen zu verwandeln, zeigt das Buch - und hier vor allem die Illustrationen. Auf humorvolle und zugleich ernsthafte Weise verdeutlichen sie den jungen Leser*innen, dass es sich lohnt, sich aktiv den eigenen Ängsten zu stellen und an Lösungen zu arbeiten.

    Philip Waechter: Rosi in der Geisterbahn. Beltz & Gelberg : 2004.

    Der Illustrator Philip Waechter, Sohn des legendären Zeichners und Cartoonisten F.K. Waechter, studierte an der Fachhochschule Mainz Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration. Seit 1995 zeichnet und schreibt er Bilderbücher, Kinderbücher und Comics für Kinder und Erwachsene. 1999 gründete er gemeinsam mit anderen Künstler*innen die Frankfurter Labor Ateliergemeinschaft. Heute lebt Philip Waechter mit seiner Frau Moni Port und dem gemeinsamen Sohn in Frankfurt a.M.

    Die Ausstellung zeigt den Schaffensprozess des Autors und Illustrators Philip Waechter von der ersten Idee bis zum fertigen Buch. Zusätzlich werden weitere Arbeiten des genialen Künstlers gezeigt, sowie weitere Angst- und Albtraumbilder und der Umgang mit ihnen.

  • OTFRIED PREUSSLER: HOTZENPLOTZ & CO. (März 2021 - August 2021)

    Wer kennt sie nicht? Der Räuber Hotzenplotz, Die kleine Hexe, Der kleine Wassermann oder Krabat – Bücher verfasst von Otfried Preußler, der mit seinen Figuren und Geschichten Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur schuf, die seit über einem halben Jahrhundert sehr erfolgreich auf dem Buchmarkt bestehen. Seine mehr als 35 Bücher mit einer Gesamtauflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren begeistern auch heute noch kleine und große Leserinnen und Leser weltweit.

    Zu Otfried Preußler als Autor und seinem literarischen Schaffen wurde über die Jahre hinweg viel geschrieben. Die Bilder zu seinen Geschichten blieben jedoch immer im Hintergrund. Diesen widmete sich die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen erstmalig im Herbst 2020. In unmittelbarer Folge übernahm das Bilderbuchmuseum Troisdorf große Teile dieser Ausstellung.

    Daniel Napp: Das kleine Gespenst. Tohuwabohu auf Burg Eulenstein
    von Otfried Preußler & Susanne Preußler-Bitsch.
    Thienemann Verlag : 2016.

    Zu sehen sind in Europas einzigartigem Museum für künstlerische Bilderbuchillustration Originale von F.J. Tripp, der dem Räuber Hotzenplotz sein unverwechselbares Aussehen verlieh, aber auch Illustrationen zu dem Buch Das kleine Gespenst schuf. Die Zeichnerin Winnie Gebhardt ist mit Bildwerken rund um Die kleine Hexe oder Der kleine Wassermann vertreten. Moderner wird es mit den Illustrations-Kolorierungen von Daniel Napp oder Mathias Weber. Jan Peter Tripp schuf u.a. freie Arbeiten zum Thema „Hotzenplotz“ ebenso wie Julian Sonntag, der eine Street-Art- und Fotografie-Serie im Ruhrgebiet zu dem berühmten Räuber entwickelte.

  • HERBERT HOLZING: EINE SAMMLUNG VON BILDERN IM BUCH (März 2021 - August 2021) 

    Die erste Krabat-Ausgabe erschien 1971 und wurde aufgrund der großen Nachfrage 1976 als Prachtausgabe neu aufgelegt. 2005 legte der Thienemann Verlag eine weitere Ausgabe des Erfolgsromans auf und setzte damit auf ein Buch, das sich bereits als Klassiker im Kinder- und Jugendbuchbereich etabliert hatte. Dabei war es nicht nur der Text, der die kleinen und großen Leser*innen begeisterte. Vielmehr beeindruckten auch die Illustrationen, die der Künstler und Illustrator Herbert Holzing den Buchzeilen hinzugefügt hatte.

    Tatsächlich hatten Otfried Preußler und Herbert Holzing schon für das Buch Die Abenteuer des starken Wanja, das 1968 publiziert wurde, zusammengearbeitet. Seit dieser Zeit verband die beiden Männer eine innige Freundschaft, aus der zahlreiche gemeinsame Buchpublikationen entstammten. Das bis heute bekannteste ist sicherlich Krabat.

    Herbert Holzing: Krabat von Otfried Preußler. Arena - Verlag : 1971.

    Im Dezember 2008 übernahm das Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf große Teile des Bildnachlasses Herbert Holzings. Dazu zählen viele Illustrationen, die Herbert Holzing in Zusammenhang mit den Texten Otfried Preußlers schuf, aber auch zahlreiche weitere Bilder, die Texte herausragender Autoren begleiteten. Zu nennen sind hier u.a. Willi Fährmann oder Lloyd Alexander. In einer Überblicksschau werden diese Illustrationen zum ersten Mal zusammenhängend der Öffentlichkeit präsentiert.

  • Ausstellung: Troisdorfer Bilderbuchpreis 2019 (07.07.2019 - 22.09.2019)

    1. Preis des Troisdorfer Bilderbuchpreises 2019: Christiane Pieper, Illustration zum Buch »Hick!« (Text: Anushka Ravishankar). Tara Publishing : 2017.

    22. Troisdorfer Bilderbuchpreis 2019: Den ersten Preis gewann Christiane Pieper für Ihre Illustrationen zum Buch "Hick!" 

    Den zweiten Preis vergab die Jury an die Illustratorin Susanne Straßer für „Der Wal nimmt ein Bad“ (Peter Hammer Verlag, 2018).

    Den dritten Preis erhielt Ulrike Möltgen für ihre Illustrationen zum Buch „Das Geschenk der Weisen“ (Insel Verlag, 2018).
    Der Förderpreis ging an Claudia Schramke, die mit ihrem Dummy zu „Der Hund“ (Text: Brigitte Schär) überzeugte.

    Die unabhängige Kinderjury, die sich aus Viertklässlern Troisdorfer Grundschulen zusammensetzte, wählte als ihren Favoriten das Buch „Eisbjörn - Das unglaubliche Abenteuer des tapferen Mäuserichs“ von Lev Kaplan (Thienemann, 2017).

    Lev Kaplan: Eisbjörn. Das unglaubliche Abenteuer des tapferen Mäuserichs. Thienemann 2017

    Eisbjörn“ erhielt außerdem den Publikumspreis des Troisdorfer Bilderbuchpreises 2019.

    Anlässlich der Ausstellung „Troisdorfer Bilderbuchpreises 2019“ (7. Juli bis 22. September 2019) hatten große und kleine Besucher der Ausstellung die Gelegenheit, in die Rolle der Jurorin und des Juros zu schlüpfen. Auf einem Stimmzettel konnte der eigene Favorit der Bilderbücher ausgewählt werden, die zum „Troisdorfer Bilderbuchpreis 2019“ eingereicht worden waren.

    Sieger des Publikumspreises ist das Buch „Eisbjörn. Das unglaubliche Abenteuer eines tapferen Mäuserichs“, illustriert von Lev Kaplan (Text: Max Kaplan, Thienemann Verlag 2017). Dieses Buch hatte im Juli 2019 bereits den Preis der Kinderjury erhalten.

    Insgesamt zeigt sich der Publikumspreis damit als eine tolle Bestätigung vor allem für die Kinderjury, die wieder einmal den „richtigen Riecher“ hatte.