Aus Sicht von „Texas Rolf“:

Die Swinging Seventies im Meeting

Meeting-Gast Dieter Berndt, in der Mitte mit Schal und damals Azubi zum Fernmeldetechniker, schickte dieses Foto.
Rolf Heckner in den 70er-Jahren mit einer Freundin.
Rolf Heckner heute. Der frühere Schaufenster-Gestalter lebt in Oberlar.

Zum ersten Abendmarkt auf dem Fischerplatz am Freitag, 4. Mai, ab 18 Uhr, wird die Zukunfts-Initiative Troisdorf, ZiTi, eine Meeting-Revival-Party veranstalten. Sie findet statt in den Räumen und auf der Terrasse des StadtBierhauses am Fischerplatz. Um die Ecke in der Alten Poststraße befand sich das Meeting – die Kneipe war in den 70er- und 80er-Jahren ein Hotspot der damals noch jungen Babyboomer-Generation. Gäste von damals erzählen ihre Geschichte. Hier die Erinnerungen von (Texas-) Rolf Heckner, der damals im der Kultkneipe verkehrte: 

„Ich war schon Stammgast im Meeting, als es noch von Gitti und Eckehard – er bestand auf ohne r in der Mitte – betrieben wurde. Eckehard hatte vor den Klos an der Decke eine herunterziehbare Leinwand montiert und am Ende der Theke einen Super 8 Projektor stehen. ... Rolli Kriegeskotte und ich wussten, dass er auch Donald-Duck-Filme im Regal hatte und bestanden auf Vorführung der Zeichentrickfilme. Da Eckehard am Umsatz mit uns – oft waren wir die einzigen Gäste –, interessiert war, spannte er ... die Disneyfilme in den Projektor.“ 

Zu dieser Zeit gab es auf den Tischen Glasplatten und auf jedem Tisch stand ein zierliches Petroleumlämpchen. Diese Ausstattungsteile waren nach Übernahme des Lokals durch Heidi und Paul irgendwie überflüssig und spätestens nach dem ersten Karneval unter Regie der Beiden auch komplett verschwunden. Das Meeting war von nun an so gut wie jeden Abend rappelvoll. 

Als ich kurz nach der Übergabe meinen Vetter Jürgen mitschleppte und er ganz verdattert Guten Abend, Frau Jaumann sagte – er kam von der Frankfurter Straße und kannte die beiden aus der Metzgerei, die sie zuvor betrieben hatten – kam als Antwort nur: Jürgen, ich bin ab jetzt et Heidi für dich! . . . Wie für viele andere. 

Ein Freund von mir, Spitzname Ufo, sorgte für Bier, wenn die Kohle knapp war. Er wettete kurzerhand mit irgendwem um zehn Bier, dass er nur in der Unterhose vom Meeting zum Hertie und zurückgehen würde. Geschick hatte er in der Auswahl der Wettpartner, die prüde genug waren, auf solchen Quatsch einzugehen. Das Bier wurde immer brav geteilt. 

Wenn Schmitze Friedhelm da war, konnte ihn Ufo oft zur „Kür“ animieren. Auf dem Quadratmeter Platz zwischen Herren- und Damen-Klo legte Friedhelm aus dem Stand eine artistische Nummer aus Flic-Flacs, Handstandüberschlägen, Rollen und Salti hin, die wahre Begeisterungsstürme auslösten. 

Wenn Sonntagabends Heidis Kegelmädchen von einer Tour kamen, wurden sie schon mal mit einem Regen aus Eisklümpchen vom Zappes Pille (Wolfgang) Högemann begrüßt. 

Auf Pützchens Markt waren viele Leute in einer großen Meeting-Gruppe unterwegs. Nachdem wir die Mäusestadt besichtigt hatten, stellten wir sehr erstaunt fest, dass doch tatsächlich Mäuse in unseren Jackentaschen saßen. Mit Paul, dem Wirt, ging so etwas nicht. Er sprach ein Machtwort, und wir setzten die Tierchen brav wieder in das Show-Zelt. Wir schoben die Mäuse allerdings hinter dem Zuschauerraum unter der Plane durch, was im Inneren des Zeltes mit Gekreische kommentiert wurde. 

Noch kurz was zu mir und meinem Beinamen: Auf dem Weg zu einem Lehrgang nach El Paso in USA gab es einen Zwischenstopp in Washington. Ich schrieb von dort einige Karten an Familie und Freunde. Kleine, normalgroße Postkarten hatte ich leider falsch frankiert, sie kamen nach rund sechs Wochen mit dem Schiff in Deutschland an. Eine ganz große Karte schickte ich per Luftpost ans Meeting. Die hing dann nach drei Tagen hinter der Theke. Auf der großen Karte stand ganz groß TEXAS. Wirt Paul hat mir dann den Namen Texas Rolf angehängt – und viele Leute aus dem Meeting wissen heute noch, wer damit gemeint ist.“ 

Haben Sie ähnliche Anekdoten aus dem Meeting. Zur Vorbereitung der Meeting-Revival-Party in den Räumen und auf der Terrasse des StadBierhauses suchen wir Ihre/Eure Geschichten. Wer hat sich im Meeting kennengelernt und möglicherweise später geheiratet? Wer hat Anekdoten aus dieser Zeit zu berichten? Wer hat noch Fotos, die veröffentlicht werden können? Kontakt: Carsten Seim, Absolut Avaris GbR, Realisierung der Ziti-Kampagne der Stadt Troisdorf, Tel. 0179 2043542, c.seim@avaris-konzept.de

Die Meeting-Revival-Party findet statt zum ersten Abendmarkt 2018 am Freitag, 4. Mai, auf dem Fischerplatz. Dieses von ZiTi mit inszenierte Format hat neues Leben in diesen früheren gesellschaftlichen Hotspot im Bereich Alte Poststraße/Hippolytusstraße gebracht. Einer der Schwerpunkte im Förderpaket des laufenden Innenstadtumbaus im Rahmen von ZiTi ist die Stärkung des sozialen und kulturellen Lebens. 

ZiTi kürzt den Projektnamen „Zukunfts-Initiative Troisdorf-Innenstadt“ ab. Flankiert werden die Maßnahmen zu Umbau und Neugestaltung der Fußgängerzone durch die ZiTi-Kampagne. Sie wirbt für ein neues Bewusstsein für das Troisdorfer Zentrum und seine Stärken. Sie informiert die Öffentlichkeit zudem über den Verlauf der Baumaßnahmen. Mehr dazu im Internet unter www.troisdorf.city/ZiTi.

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