Rathaus

Sonderabfalldeponie Troisdorf-Spich:

Einstimmiges Ratsvotum gegen Deponieöffnung für Dritte

Einstimmig hat sich der Troisdorfer Stadtrat in seiner Sitzung am 16. März 2010 gegen die von der Firma Evonic beantragte Öffnung der Sondermülldeponie in Spich für Abfälle Dritter ausgesprochen.

Die Evonic Degussa Immobilien GmbH hatte die Öffnung der Deponie für Anlieferungen aus der Bundesrepublik und dem europäischen Ausland beantragt. Den Antrag auf Anlieferung von bis zu 15.000 Jahrestonnen Konzernabfällen aus dem Bereich der Europäischen Union hatte Evonic einen Tag vor der Sitzung des Stadtrates zurückgezogen. Da seitens der Firma aber weiter beabsichtigt ist, aus wirtschaftlichen Gründen eine Anlieferung aus dem gesamten Bundesgebiet zu gestatten, sprach sich der Stadtrat in aller Deutlichkeit gegen das Vorhaben aus. Der Stadtrat appellierte an die Bezirksregierung Köln, den Antrag der Evonic abzulehnen.

Die beantragte Erweiterung des Einzugsgebietes der Sondermülldeponie im Spicher Wald hat über Wochen hinweg Bevölkerung und Politik beschäftigt. Gemeinsam haben sich die Bürgerinnen und Bürger und die Kommunalpolitiker aller Ratsfraktionen unisono gegen eine Erweiterung ausgesprochen und ihre Sorgen und Bedenken kundgetan.

Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski  hatte schon im Januar in Begleitung von Vertretern der Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung die Argumente der Stadt bei der Kölner Bezirksregierung vorgetragen.

Regierungspräsident Lindlar hatte dem Stadtrat bis zur Ratssitzung am 16. März 2010 Gelegenheit gegeben, eine vertiefende Stellungnahme vorzulegen. „Die Stadt Troisdorf hat frühzeitig ihre Bedenken geltend gemacht und die Beachtung naturschutzrechtlicher Belange bei der Firma und bei der Bezirksregierung eingefordert. Das hat letztlich zu einem ersten Teil-Erfolg geführt“, stellt Bürgermeister Jablonski jetzt zufrieden fest.

Gegen den Bau der Sondermülldeponie spricht die Lage zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Stadtteilen Troisdorf-Mitte und Spich und die in naher Enterung liegende Wasserschutzzone III. Vor allem die Tatsache, dass Müll aus ganz Europa nach Troisdorf transportiert werden sollte, hatte viele Bürgerinnen und Bürger erbost. „Die Deponie liegt nach der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie in einem besonders schützenswerten Gebiet. Die Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Deponie sind in den letzten Jahrzehnten deutlich umfangreicher“, unterstrich Bürgermeister Jablonski immer wieder.