Kriegsdorfer Wegekreuz erinnert an Ortsgrenze

Freuen sich über das renovierte Wegekreuz in Kriegsdorf: v.l. Heimathistoriker Kurt P. Schneider, Schmiedemeister Hans Walter Brungs, Denkmalschützer Hermann Müller und Anne-Maria Knebel von der Stadt als Unterer Denkmalbehörde.

„Für manchen hat es einen innigen religilösen Bezug, für manch anderen ist es ein wichtiges historisches Zeichen für die alte Gemeindegrenze Kriegsdorfs gegenüber der Gemeinde Sieglar“, erklärte der ehrenamtliche Denkmalschutz-Beauftragte Hermann Müller am alten „Weidenkreuz“ an der Reichensteinstraße, Ecke Habichtweg in Troisdorf-Kriegsdorf. Eine Bürgerin sorgt für Sauberkeit und Bepflanzung rund um das Denkmal.

Das sogenannte „Weidenkreuz“ sollte seit dem Mittelalter den Ort Kriegsdorf vor Missernten bewahren, vor dem Bösen schützen und obendrein Ungläubige fernhalten. Seit 1821 war es Grenzstein und trigonometrischer Punkt. Jetzt ist es nach mehrmaligem Vandalismus erneut renoviert worden. Es steht auf städtischem Grund und die Stadt hat rund 860 Euro für die neuerliche Instandsetzung ausgegeben. Schmiedemeister Hans Walter Brungs aus Niederkassel-Mondorf hatte die Schmiedearbeit übernommen.

Denkmalschützer, Polizei und Stadtverwaltung als Untere Denkmalbehörde können sich bislang nicht erklären, warum das schlichte historische Wegekreuz ständig demoliert wird. Die Funktion, vor dem Bösen zu schützen, scheint es für sich selbst verloren zu haben.

Im Juni 2011 war das erst Ende 2009 erneuerte Steinkreuz wieder einmal abgeschlagen worden. Heimathistoriker Kurt P. Schneider aus Troisdorf-Sieglar hatte Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski daraufhin unumwunden um die Wiederherstellung des Denkmals gebeten, um dessen volks- und heimatkundlicher und nicht zuletzt religiöser Bedeutung gerecht zu werden.

Unterdessen hat das Denkmal eine unermüdliche Patin gefunden: Stefanie Neugebauer pflegt liebevoll den kleinen Standort am Rand des Kriegsdorfer Sportplatzes neben einem alten Kastanienbaum. Die alte Flurbezeichnung Am Weidenkreuz erinnert an Kopfweiden, die früher in dem Gebiet wuchsen und Material für die Korbmacher lieferten.

Auskunft über den Denkmalschutz in Troisdorf gibt Anne-Maria Knebel im städtischen Kulturamt, Tel. 02241/900-141, Infos findet man auch auf der Seite www.troisdorf.de unter der Rubrik Rathaus.