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Land, Stadt, SKM und Wohnungsbaufirmen kooperieren:

Troisdorfer Projekt Keine Kinder im Obdach gestartet

Am „runden Tisch“: vorne links Clemens Bruch, 4.v.l. Gabi Schmidt, daneben Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, vorne rechts Rolf Bertsche erörterten mit anderen Beteiligten das Projekt.

Immer mehr Familien landen in der Schuldenfalle und die Zahl der Familien, die später von Wohnungslosigkeit bedroht sind, steigt bereits jetzt. „Keine Kinder im Obdach“ ist nicht nur ein hehrer Appell, sondern zugleich der Titel eines Projekts der Stadt Troisdorf, die auf die Situation der Familien rasch reagieren will. Das geschieht in engem Schulterschluss mit der Gemeinnützigen Wohnungsbau-Genossenschaft Troisdorf, der Firma Sahle Wohnen GmbH und dem SKM Katholischer Verein für soziale Dienste im Rhein-Sieg-Kreis. Sie werden vom Land NRW finanziell unterstützt.

Am Nikolaustag stellten Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski und Gabriele Schmidt, Leiterin des Referats Grundsatzfragen und Soziales im NRW Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, zusammen mit dem Vorsitzenden des SKM, Clemens Bruch, sowie Vertreterinnen und Vertretern der Wohnungsbaufirmen das ambitionierte Projekt vor.

Jablonski und Bruch hoben die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit von Stadt und SKM in sozialen Projekten hervor, die jetzt fortgesetzt werde. „Wir müssen im Fall von massiven Problemen betroffener Familien mit Kindern unbedingt versuchen, Obdachlosigkeit zu vermeiden, weil die die Kinder besonders treffen und belasten würde“, forderte Jablonski.

Er dankte allen Beteiligten, darunter auch der ARGE, für die breite Unterstützung des Projekts. Im Rahmen des landesweiten Handlungsprogramms „Obdachlosigkeit vermeiden – Weiterentwicklung der Hilfen in Wohnungsnotfällen“, fördert das Sozialministerium zurzeit gezielt neun Modellprojekte mit sehr unterschiedlichen Handlungsansätzen, darunter das Troisdorfer Projekt „Keine Kinder im Obdach“. „Hier werden vorhandene Strukturen nachhaltig genutzt und man arbeitet mit den Betroffenen zusammen, nicht über sie hinweg“, lobte Schmidt.

 Das Ministerium wählte das Vorhaben aufgrund seines innovativen und gesamtstrategischen Ansatzes, der Ausrichtung auf die Zielgruppe Kinder und Familien in Wohnungsnot sowie seiner präventiven nachhaltigen Orientierung aus. Vorbildlich ist aus Sicht des Landes die Entwicklung von Strategien zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit verknüpft mit der Idee der ehrenamtlichen „Wohnungs-Notfall-Patenschaften“. Das NRW Sozialministerium unterstützt das Projekt zu 80 % mit rund 197.000 Euro für Personal- und Sachkosten über die Laufzeit von drei Jahren.

Vorzeigeprojekt für die Region 

„Das wird ein wichtiges Vorzeigeprojekt, das über Troisdorf hinaus Wirkung zeigen wird, denn in allen Kommunen gibt es Obdachlosigkeit“, ergänzte sich Bruch. Rolf Bertsche, Leiter des städtischen Sozial- und Wohnungsamts, erklärte, dass in Troisdorf zurzeit 20 Familien mit Kindern betreut und intensiv beraten werden, um sie vor drohender Obdachlosigkeit zu bewahren.  

Zwei Familien mit Kindern befinden sich unterdessen momentan bereits im Obdach. „Die wollen wir da raus holen, denn die Kinder leiden am meisten unter der Situation“, erklärte Monika Bähr vom SKM. Als Mitarbeiterin des SKM wird Jutta Janick, als städtischer Mitarbeiter wird Hugo Weinrich die betroffenen Familien beraten, die sich dazu bereit erklären. 

Die Gemeinnützige Wohnungsbau-Genossenschaft Troisdorf verfügt über 2.300 Wohneinheiten in Troisdorf und 600 in der Region, Sahle Wohnungsbau verfügt in Troisdorf über 700 Wohneinheiten und 700 in der Region. Beide Gesellschaften unterstützen überzeugt und nach Kräften das Projekt „Keine Kinder im Obdach“.

Wer beraten werden möchte oder ehrenamtlicher Notfall-Pate werden will, wendet sich an das Projektbüro, Kochenholzstr. 40-42 in Troisdorf-Spich, Tel. 02241/1683387, E-Mail: familien@skm-rhein-sieg.de, oder an das städtische Sozial- und Wohnungsamt im Rathaus Kölner Str. 176, Tel. 02241/ 900-500, E-Mail: sozial-und-wohnungsamt@troisdorf.de