Mit der Organistin und Komponistin Annie Bloch und dem Kölner Musiker SCHÄFER treffen zwei unterschiedliche Ansätze experimenteller Musik aufeinander.
Teil der Troisdorfer Orgeltage
Blochs Konzertprojekt „luvt“ ist Teil der Troisdorfer Orgeltage und zugleich das erste Orgelkonzert im Kunsthaus.
In ihrem Projekt „luvt“ erkundet Annie Bloch die klanglichen Möglichkeiten der Truhenorgel. Das transportable Instrument wird traditionell vor allem zur Begleitung barocker Musik eingesetzt. Beschränkt auf nur vier Register, die sich in ihrem Flötenklang ähneln, taucht Annie Bloch in die Feinheiten des Klangs ein und öffnet einen Raum für detailgenaues Hören der Zwischentöne. Mit Hinzunahme von elektronischer Manipulation hebt luvt das Instrument zusätzlich aus seinem ursprünglichen Barocken Kontext. Sie verstärkt das akustische Erleben der warmen Pfeifenklänge und vergrößert die dynamische Spannweite sowie den Staub, die Reibung, den Widerstand.
Der Titel „luvt“ leitet sich vom Wort „luven“ ab, das „sich dem Wind zuwenden“ bedeutet. Neben dem Bezug zur Winderzeugung der Orgel steht der Begriff für die Hinwendung zu Unfassbarem und Imaginärem, das sich nicht ohne Weiteres in Worte fassen lässt. Annie Bloch (Jahrgang 1994) lebt als Organistin, Komponistin und Songwriterin in Köln.
Pulsierende Klangflächen
Im zweiten Konzertteil gestaltet SCHÄFER mit seinem Modularsynthesizer das Programm „Music for Concrete“. Aus tiefen, lang anhaltenden Klangstrukturen und feinen Texturen entstehen minimalistische Soundcollagen zwischen Ambient und elektronischer Tanzmusik.
Hinter SCHÄFER steht der Kölner Musiker Lukas Schäfer, der nach seinem Schlagzeugstudium seine Leidenschaft für analoge Synthesizer zum musikalischen Schwerpunkt machte. Sein Debütalbum „Mosaik 127“ erschien 2021 beim Kölner Label Acoustic Motion Concepts. Es folgten weitere Veröffentlichungen sowie die EP „Trails“ mit dem Kölner Flügelhornisten und Synthesisten Luis Reich. Zudem ist SCHÄFER auf den „Pop Ambient“-Compilations der Jahre 2023 bis 2025 des Labels Kompakt vertreten.
Der Eintritt zum Doppelkonzert ist frei, um eine Spende wird gebeten.
