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Gemeinsame Erklärung zur Sondermülldeponie:

Regenrückhaltebecken entsteht wie geplant

Die in der vergangenen Woche begonnenen Rodungsarbeiten zum Bau eines Regenrückhaltebeckens im Außenbereich der Deponie hatten bei Bürgern und Vertretern der Stadt Anlass zu Nachfragen gegeben. Diese wurden in einer kurzfristig anberaumten Sitzung bei der Bezirksregierung Köln am vergangenen Donnerstag umfassend erörtert. An der Sitzung nahmen Vertreter der Stadt Troisdorf, der Firma MINERALPlus und der Bezirksregierung Köln teil.

Die Bezirksregierung Köln sieht hinsichtlich der vorgetragenen Punkte keinen Handlungsbedarf. Der Wunsch der Stadt, die Lage des Regenrückhaltebeckens zu ändern, entspreche nicht der Genehmigungslage. Es gebe derzeit auch keine sachlichen Anhaltspunkte dafür, die Genehmigungslage zu ändern. Es müsse vielmehr im öffentlichen Interesse sein, die Deponie zügig und gut zu Ende zu bringen.

Dafür sei der Bau der Regenrückhaltebecken, als bereits genehmigte Maßnahmen im Rahmen des Entwässerungskonzeptes, jetzt zwingend notwendig. Das aktuell anstehende Verfahren zur Oberflächenabdichtung könne ansonsten verzögert werden. Der Zeitpunkt der Rodungsmaßnahmen ergebe sich aus Gesichtspunkten des Artenschutzes. MINERALPlus kündigte an, dass die Rodungen im Baubereich des neuen Rückhaltebeckens wieder aufgenommen werden.

Die Stadt Troisdorf hat zur Kenntnis  genommen, dass der Deponiebetreiber für die zeitliche Verschiebung der Herstellung der Regenrückhaltebecken keinen Spielraum mehr sieht, da einerseits der Deponieabschnitt 5 in Betrieb genommen werden soll und andererseits die Oberflächenabdichtung für die Deponieabschnitte 1-4 dies erfordern.

Daher sei es auch nicht möglich, einen alternativen Standort für das westliche Regenrückhaltebecken zu suchen, zumal der angedachte Alternativstandort auf dem Deponieabschnitt 6 liegt und dieser Bereich gegebenenfalls rundherum mit einer Dichtwand versehen wird.

Waldteile werden gerodet

Das hat zur Konsequenz, dass vorausichtlich 8.000 qm Wald gerodet werden müssen. Dafür wurden durch die Bezirksregierung Köln Ausgleichsmaßnahmen festgesetzt. Für die Stadt wichtig ist das anschließende Wasser-Monitoring, um mögliche Fehlentwicklungen im Grundwasserspiegel frühzeitig festzustellen.

Der Geschäftsführer der MINERALPlus, Detlef Heine, fasst das Ergebnis für den Betreiber der Deponie zusammen: „Es ist gut, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten zeigen konnten, dass wir hier richtig und verantwortungsvoll handeln. Wir nehmen aber aus den Irritationen dieser Woche auch mit, dass wir in Zukunft noch offener und deutlicher bevorstehende Baumaßnahmen kommunizieren werden.“

Die Ausführung des Regenrückhaltebeckens im jetzigen Gebiet ist Bestandteil der im Jahre 2000 erteilten Genehmigung. Eine Verlegung des Beckens auf das Gelände der Deponie würde ein neues Genehmigungsverfahren erfordern, dessen positiver Ausgang nach erster Einschätzung eher unwahrscheinlich ist, in jedem Fall aber ohne sachlichen Grund das Verfahren zur Oberflächenabdichtung verzögern würde.

Das Regenrückhaltebecken soll unter anderem Regenwasser aufnehmen, das von der in den kommenden Jahren entstehenden Oberflächenabdichtung stammt. Durch eine Verlegung des Beckens auf das Deponiegelände würde normales Regenwasser in die von der Dichtwand zu umschließenden Flächen einsickern. Dies wäre deponietechnisch und aus Rechtsgründen nicht zulässig. Es mache keinen Sinn, Wasser „in dem Feld zu sammeln, aus dem man es eigentlich heraus halten möchte“.

Wassermanagement und Gutachten

Auch Befürchtungen, das 1995 erstellte Gutachten zum Wassermanagement berücksichtige nicht das gestiegene Regenaufkommen der jüngsten Klimaentwicklungen, wurden erörtert. Zum einen sind im Gutachten auch Starkregenereignisse (20-Jahresereignisse) mit begutachtet worden. Zum anderen ist wegen der geplanten Oberflächenabdichtung mit wasserbindenden Erdschichten mit erheblich weniger aufkommendem Fließwasser zu rechnen.

Darüber hinaus sorgen die wasserbindenden Schichten für eine klare, zeitliche Entzerrung der aufkommenden Wassermengen bei einem möglichen Starkregenereignis. Schließlich sorge das seinerzeit bereits festgelegte Wasser-Monitoring dafür, dass Abweichungen von den prognostizierten Wassermengen erfasst würden und gegebenenfalls rechtzeitig darauf reagiert werden könne.