Aktuelle Ausstellungen
Vom 26. April 2026 - 30. August 2026
Kein Kinderkram. Comics für Kinder
Lange rümpfte man in Deutschland beim Thema Comics die Nase, denn das Genre, das vom amerikanischen Markt nach Europa schwappte, war schon sehr früh als Schmutz- und Schundliteratur abgetan. Dies galt vor allem für Comics für Kinder, denn nahezu verpönt schien es, Geschichten für junge Leser*innen mit bunten Bildchen erzählen zu wollen. Seit einigen Jahren wandelt sich diese Einstellung und immer mehr Kinder- und Jugendbuchverlage entdecken den Kindercomic neu. Sie werden mit Niveau produziert und verlegt – nicht für den üblichen Heftchenmarkt, sondern in schön gebundener Form und durchaus spezialisiert für Leseeinsteiger*innen. Denn heute weiß man: Comics schulen die Wort-Bild-Verknüpfung und unterstützen damit das Begreifen von Wörtern und deren Inhalten. Durch das visuelle Einbetten von Kontexten wird das erlernte (Wort-)Schreiben und Lesen schneller erfasst und tiefer im Gedächtnis verankert.
Ob nun didaktisch-pädagogisch bewusst oder auch nicht, wie sehr der Kindercomic in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit gewonnen hat, zeigen Verlage wie Carlsen oder auch Reprodukt, die zu ihren bereits etablierten Comics für Erwachsene jetzt auch den Kindercomic verstärkt in ihre Programme miteinbeziehen. Der Kibitz Verlag wurde anlässlich des Vertriebs und der Förderung des Kindercomics neu gegründet und zeigt heute eine Bandbreite und Qualität innerhalb des Genres, die kaum zu überbieten sind. Auch das Comic-Magazin Polle, das seit 2018 im Péridot Verlag in Köln publiziert wird und mit unterschiedlichen, auch international etablierten Comicillustrator*innen arbeitet, stellt zusätzlich unter Beweis, wie sehr heute der Comic für Kinder im Mittel punkt des Interesses steht.
Um diesem aktuellen Markttrend nachzugehen, zeigt das Bilderbuchmuseum von April bis August 2026 eine Auswahl von Kindercomics, die derzeit den Bilder- und Kinderbuchmarkt stark beeinflussen. Den „roten Faden“ durch die Ausstellung bildet dabei zu großen Teilen das Polle-Magazin und die Auswahl der hier wiedergegebenen Comic-Geschichten. Damit sind in der Comic-Ausstellung Arbeiten von Künstler*innen wie Sandra Brandstätter, Tanja Esch, Max Fiedler, Tor Freeman, Ulf K., Leo Leowald, Ferdinand Lutz, Mawil oder Thomas Wellmann ebenso zu sehen wie eine Auswahl von Kindercomics von Nadia Budde, Ralf König, Anke Kuhl, Jörg Mühle, Moni Port, Jens Rassmus, Axel Scheffler, Philip Waechter und Claudia Weikert. Weitere bekannte Illustrator*innen, die in der Ausstellung eine wichtige Rolle spielen, sind Flix, Uwe Heidschötter, Regina Kehn, Matthias Lehmann, Stephan Lomp, Josephine Mark oder beispielsweise Kim Schmidt.
Vom 08. Februar 2025 - 26. April 2026
Ausstellung zu dem Buch Das Friedenstier
Was kann man als einzelner zeichnender Mensch für den Frieden tun? Gegen den Krieg, das Leid und das Elend, den Hunger und die Kälte? Die Antwort „Nichts“ wollten Friederike Ablang, Merle Goll und Sabine Kranz nicht akzeptieren. Gemeinsam kam ihnen die Idee, Friedenstiere zahlreicher Illustratorinnen und Illustratoren zusammenzutragen und auch Autorinnen und Autoren darum zu bitten, Texte zum Thema zu verfassen. Sie alle schenkten ein Friedenstier – Vögel, vor allem auch Tauben, aber ebenso Kängurus, Frösche, Pferde, Drachen, Löwen u.v.m. Ihnen gemeinsam sind Flügel, die es jedem Tier ermöglichen, „abzuheben“ und seinen Frieden – auf welchem Weg auch immer – zu finden.
Diese wiedergegebenen Flügel-Tiere im Buch Das Friedenstier regen zum Staunen, vor allem zum Nachdenken an. Und noch etwas ist erwähnenswert: Mit diesem Buchprojekt wird die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen" unterstützt. Hierfür ist den Künstlerinnen und Künstlern, den drei Organisatorinnen wie auch dem dtv-Verlag sehr herzlich zu danken.
