Aktuelles aus dem Troisdorfer Umweltbüro:

Obstbaum auch im kleinsten Garten

Obst aus eigenem Anbau ist eine sehr alte Tradition. Blühende Obstbäume sind attraktiv und für viele Insekten, insbesondere Bienen und Hummeln, eine gute Nahrungsquelle. Die Ernte aus dem eigenen Garten ist nachhaltig, positiv für den Klimaschutz und es gibt kaum etwas Besseres als frisch gepflücktes Obst. Platz für etwas Obst ist auch im kleinsten Garten. Was ist beim Pflanzen eines Obstbaums zu beachten?

Zunächst sollte man sich im Klaren sein, was für ein Obst es sein soll, denn mit Apfel, Birne, Kirsche, Mirabelle, Pfirsich, Pflaume, Quitte, Sauerkirsche und anderen ist die Auswahl groß. Kirschen und Walnüsse brauchen relativ viel Platz. Bei Süßkirschen platzen bei feuchtem Wetter oft die Früchte. Vögel, insbesondere Stare, mögen Kirschen gern. Seit einigen Jahren macht außerdem die Kirschessigfliege erhebliche Probleme.

Wenn ein Kirschbaum gepflanzt werden soll, dann empfiehlt sich eine frühe Sorte wie Dönissens Frühe Knorpelkirsche. Sauerkirschen werden sehr oft von Monilia befallen. Deshalb sollte man nicht mehr den „Klassiker“, die Schattenmorelle, pflanzen, sondern die Sorte Morellenfeuer. Sauerkirschen müssen im Gegensatz zu Süßkirschen regelmäßig geschnitten werden.

Pflaumen- und Birnenbäume werden zwar groß, bleiben aber von der Kronenform her schlank. Bei Pflaumen kann die Hauszwetsche als späte Sorte empfohlen werden. Bei den Birnen sind Gellerts Butterbirne, Köstliche von Charneu, Vereinsdechantbirne oder Williams Christ, die sich alle gegenseitig befruchten, empfehlenswert. Auch Quitten sind ein sehr interessantes und außerdem platzsparendes Obst mit attraktiven Blüten. Es ist vielseitig einsetzbar und sollte unbedingt ausprobiert werden.

500 Apfelsorten

Bei Äpfeln gibt es die enorme Auswahl von über 500 Sorten, wobei es hier nicht nur frühe oder späte Sorten gibt, sondern auch Sorten, die sich zum Backen (Boskop), Entsaften, Lagern (Ontario) oder für Mus (Klarapfel) eignen. Die „Alten Obst-Sorten“ verursachen anscheinend weniger Allergien, weshalb sie wieder öfter gepflanzt werden.

Im Januar können Obst-Bäume und -Gehölze gut gepflanzt werden, da ihnen Frost nichts ausmacht und sich in den milden Phasen neue Wurzeln bilden können. Für Obstbäume gibt es diverse Pflanz-Qualitäten wie Busch, Halbstamm, Hochstamm oder Spalierobst, die auf schwach, mittelstark oder stark wachsenden Unterlagen veredelt sind. Hochstämme auf stark wachsenden Unterlagen sind eher für Streuobstwiesen geeignet. Büsche oder Halbstämme auf schwach wachsenden Unterlagen sind optimal für kleine Gärten, da sie sich durch den schwachen Wuchs leicht pflegen lassen und nicht viel Platz brauchen.

Sonnige Standorte wählen

Obstbäume sind zwar über Versandhandel oder in Baumärkten erhältlich, allerdings bekommt man in Fachmärkten oder Baumschulen oft bessere Qualität. Die Bäume sollten an einem sonnigen, humosen Standort gepflanzt werden und brauchen zumindest in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Pflanzung eine Stütze die nicht in die Rinde einwächst wie ein Pfahl mit Kokosstrick oder ein Baumband.

Bei wurzelnackter Ware sollten beschädigte Wurzeln bei der Pflanzung zurückgeschnitten werden und die Baumkrone sollte um mindestens die Hälfte eingekürzt werden. Bei Ware aus dem Container sollte die Krone um etwa ein Drittel gekürzt werden. Wichtig ist, dass zumindest in der Nähe eine geeignete Befruchtersorte steht.

Das Troisdorfer Umweltbüro bietet zu folgenden Terminen Obstbaumschnittkurse an: Am 11. und 18. März 2016, jeweils um 14.30 Uhr am Treffpunkt Parkplatz Habichtweg, Ecke Amselweg in Troisdorf-Kriegsdorf. Der Kurs dauert ca. 2 Stunden und besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Regenfeste Kleidung, Handschuhe, eigene Astscheren und Sägen sollten mitgebracht werden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich unter Tel. 02241/900-710 oder per Mail an bendlh@troisdorf.de.