Rathaus

Kurzweiliger Rundgang durch Sieglar mit Kurt P. Schneider:

Vergnügliche Heimatkunde vor Ort mit Hausbuch

„Dies Haus steht in Gottes Hand…“: Heimathistoriker Kurt P. Schneider zeigt das historische „Hausbuch“ im Hof Larstraße 156 mit der beeindruckenden Inschrift.
Vom Hof Larstraße 156 existiert sogar noch das Hausbuch aus dem 18. Jahrhundert.

Bei einem kurzweiligen Rundgang durch Troisdorf-Sieglar berichtete der Sieglarer Heimathistoriker und Stadtverordnete Kurt P. Schneider erneut fundiert über Ortsgeschichte und Denkmäler. Die Rundgänge werden in unregelmäßigen Abständen von der VHS in Verbindung mit dem Heimat- und Geschichtsverein Troisdorf angeboten.

Die Exkursion startete vor dem denkmalgeschützten Saal des Bürgerhauses Zur Küz, der 1902 erbaut worden war, und dem Wegekreuz „Küze Kröks“. Der Weg führte zum Mühlenhof an der Larstraße 162, einem repräsentativen Fachwerk-Baukörper in Ständergeschossbauweise. Das Gebäude ließ der spätere Bürgermeister Johann Kerp 1820 errichten. Die dritte Etage diente denn auch 1836 bis 1886 jeweils den Bürgermeistern Johann und Wilhelm Kerp als Sieglarer Bürgermeisteramt.

Nach mehreren Vorbesitzern ging der Mühlenhof 1932 in den Besitz der Familie des damaligen Sieglarer Mühlenbesitzers Wilhelm Schlimgen über. Vom Mühlenhof führte die Exkursion sodann zum nahe gelegenen Sieglarer Marktplatz, der von 40 Lindenbäumen umgeben ist. „Einige können über 100 Jahre alt sein, denn es gibt ein Foto von 1887, auf dem die jungen Linden zu erkennen sind“, berichtete Schneider.

Mit den Teilnehmern seiner Führung kam Kurt P. Schneider danach zum Haus Larstraße 173, der im Jahr 1897 erbauten „Villa Luise“. Laut Schneider sei der Bauherr als Spitzenkoch in Paris zu Wohlstand gelangt. Das Gebäude ist im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und nur teilweise wieder aufgebaut worden. Schließlich kam die Erkundungsgruppe zum Kolfs-Hof an der Larstraße, Ecke Rathausstraße.

Älteste Denkmäler Sieglars

Es handelt sich um einen denkmalgeschützten Fachwerkhof mit Wohnhaus und Scheune in U-Form aus der Zeit um 1800. Das Bruchstein-Fundament stammt aus dem 17. Jahrhundert. Viele Sieglarer Häuser wurden auf ähnlichen Fundamenten errichtet, nachdem die Häuser in diversen Kriegen zerstört worden waren. Deshalb sind der romanische Kirchturm aus dem 11./12. Jahrhundert, das Präsenskreuz von 1645 und das Haus Alemannenstraße 4 als Zehntscheune von 1689 die vermutlich ältesten Denkmäler in Troisdorf-Sieglar.

Zu den historischen Gebäuden zählt auch der Hof Larstraße 156 aus dem Jahr 1772, von dem auch noch das „Hausbuch“ existiert. Paul Henseler vom Heimat- und Geschichtsverein Troisdorf bearbeitete und erläuterte den alten Band mit seinen Eintragungen aus den Jahren 1780 bis 1809. Darin ging es um das nachbarschaftliche Miteinander, um gegenseitige Hilfe und die jeweiligen Erträge der Felder. „Kurz: Es ging um han und krieje, um Soll und Haben“, resümierte Schneider.

Was den Rundgang abrundete und noch lebendiger machte: Sowohl im Mühlenhof als auch an der Villa Luise und im Kolfs-Hof berichteten die jeweiligen heutigen Besitzer über ihre Anstrengungen zur Renovierung der historischen Anwesen und die heutige Nutzung. Danach lenkte Heimathistoriker Schneider die Teilnehmer seiner Führung zum Fachwerkhaus Meindorfer Straße 10, einem Teil der ehemaligen Hofanlage aus dem 17./18. Jahrhundert. „Auch dieses Haus wurde von der Besitzerfamilie mit viel Fleiß und Können im Sinne der Denkmalpflege beeindruckend restauriert“, schwärmte Schneider.