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Stadt zieht Konsequenzen aus der Bevölkerungsentwicklung:

Bürgermeister Jablonski: Fünf Grundschulen in der Innenstadt sind zu viel

Zurzeit gibt es fünf Grundschulen in Troisdorf-Mitte.

Drastisch sinkende Schülerzahlen zwingen die Stadt Troisdorf, spätestens zum Schuljahr 2016/2017 eine der fünf Innenstadt-Grundschulen zu schließen. Die katholische Grundschule Alfred-Delp-Straße soll ab dem Schuljahr 2012/2013 keine neuen Schüler mehr aufnehmen. Eltern, die ihre Kinder weiter an einer katholischen Grundschule unterrichten lassen wollen, können dies auch künftig  in den weniger als zwei Kilometern entfernten Grundschulen  Blücherstraße und Schlossstraße. Die evangelische Grundschule Viktoriastraße soll in das dann frei werdende Gebäude im Südosten des Stadtgebietes ziehen.

Mit zahlreichen Aktionen hat in den vergangenen Wochen das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde in der Innenstadt gegen die Verlagerung der evangelischen Grundschule von der Viktoriastraße in die Alfred-Delp-Straße mobil gemacht. Den Argumenten der Kirchengemeinde entgegnet jetzt Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski und macht noch einmal deutlich, wie viele Gründe für einen Umzug sprechen:  „An der katholischen Grundschule Alfred-Delp-Straße mit derzeit 101 Schülern fehlt es an Kindern, in der Viktoriastraße ist das im April 1900 fertig gestellte Gebäude in die Jahre gekommen. Dort gibt es keinen großzügigen Schulhof, keine Aula und keine Turnhalle, die Heizungsanlage entspricht nicht den heutigen Anforderungen. Modernen Ansprüchen genügt das 111 Jahre alte Gebäude an der Viktoriastraße nur eingeschränkt. Die 1973 an der Alfred-Delp-Straße erbaute, großzügige Grundschule bietet hingegen mit Turnhalle und Aula, großzügigen Außenflächen, direkter Busanbindung und dem nahe gelegenen Freizeitbad AGGUA eine ausgezeichnete Infrastruktur. Die Alfred-Delp-Straße, als jüngste der Troisdorfer Grundschulen bietet alle Möglichkeiten, die der älteste Troisdorfer Schulstandort an der Viktoriastraße nicht bieten kann.“

Hintergrund für die Schließung der katholischen Grundschule Alfred-Delp-Straße und  die Verlagerung der evangelischen Grundschule in das bisherige Gebäude ist die Entwicklung der Schülerzahlen: Bisher bieten die fünf Innenstadt-Grundschulen noch 360 Plätze pro Jahrgang. Erforderlich sind aber maximal 260. „Dies ist aus Sicht der Stadt als Schulträger aus finanziellen Gründen dauerhaft nicht vertretbar. So liegen allein die Betriebs- und Personalkosten an der Viktoriastraße bei jährlich 167.000 Euro“ macht Jablonski deutlich.

Die Stadt Troisdorf ist Träger beider Grundschulen. Katholische oder evangelische Kirche beteiligen sich nicht an den Kosten. An der Viktoriastraße kommen nur 95 der derzeit 177 Schüler aus der Innenstadt. Das sind 54 Prozent. 42 Schüler sind evangelisch, das sind nur 23,5 Prozent. An der Alfred-Delp-Straße sind  von derzeit 101 Schülern 24 katholisch.

Bürgermeister Jablonski: „Ich weiß, dass solche Verlagerungen bei den direkt Betroffenen selten auf Verständnis stoßen. Trotzdem appelliere ich an die Beteiligten, in der Argumentation fair zu bleiben und das Gesamtwohl aller Grundschüler in der Innenstadt im Auge zu behalten. Während sich in direkter Nachbarschaft der Grundschule Viktoriasstraße  andere Grundschulen befinden, würde ein Wegfall des Grundschulstandortes Alfred-Delp-Straße eine große Lücke in der Schulversorgung  im südöstlichen Stadtgebiet mit sich bringen.“

Jablonski weist auch Spekulationen zurück, das Schulgebäude an der Viktoriastraße solle an einen privaten Investor veräußert werden: „Überlegungen, was mit dem Gebäude passiert, können wir erst anstellen, wenn feststeht, wann es frei wird. Dann werden wir in aller Ruhe in den Gremien beraten, wie eine Nutzung aussehen könnte. Ich nehme sehr ernst, wie viele Bürger an diesem schönen, alten Gebäude hängen.“