Wegekreuz erinnert an Bluttat anno 1748

In Troisdorf entstehen Landschafts-Tore

Blick in die grüne Idylle der Siegaue: In Troisdorf-Müllekoven entstand bereits ein Landschafts-Tor, der Rasen sprießt in Bälde.

Das „Grüne C“ ist ein gemeinschaftliches Natur- und Landschaftsprojekt der Städte Bonn, Bornheim, Niederkassel, Sankt Augustin, Troisdorf und der Gemeinde Alfter. Die Maßnahmen im Rahmen der Regionale 2010 sollen die Landschafts- und Freiräume in der Region über den Rhein hinweg – in Form eines C’s – sichern und die Mobilität zwischen den Kommunen fördern. Zurzeit entstehen dazu in Troisdorf sogenannte „Landschafts-Tore“, kleine Preziosen für Ausflüge in die pralle Natur.

Die „Tore“ sind Gestaltungselemente entlang der gemeinsamen Wegeverbindung des „Grünen C“ über die Städtegrenzen hinweg. Sie sind markante Blickstandorte und Zugänge in die Landschaft und von der Landschaft in den jeweiligen Siedlungsraum.

Im Stadtgebiet Troisdorf werden am Rande der Siegaue insgesamt fünf Tore entstehen: in Bergheim, Müllekoven, Eschmar, Sieglar und Friedrich-Wihlems-Hütte. Im Bau sind die Tore in Troisdorf-Bergheim an der Zufahrt zur Siegfähre und in Troisdorf-Müllekoven hinter dem Sportplatz am Wirtschaftsweg Zur Siegaue. 

In Kürze beginnt der Bau des dritten Tores in Troisdorf-Sieglar am Beginn der Meindorfer Allee, Abzweig zur Eschmarer Mühle. An dieser Wegeabzweigung befindet sich eine kleine Grünanlage mit dem kulturhistorisch interessanten "Mordkreuz" aus dem Jahre 1748.

Die geschützte Baumallee selber ist schon für sich eine beeindruckende Torsituation in den Landschaftsraum Siegaue hinein. Die Gestaltung dieses Tores fügt sich deshalb in die Gegebenheit ein. Das bedeutsame Wegekreuz wird noch sichtbarer in den Vordergrund gestellt und mit Hintergrundinformationen versehen werden.

Das "Mordkreuz" aus Sandgestein leidet allerdings an Verwitterung. Hunde benutzen es, um ihre Duftmarken abzusetzen. In Abstimmung mit der Unteren und der Oberen Denkmalpflegebehörde wird geprüft, wie das Kreuz gegen Verwitterung und Hundeurin nachhaltiger geschützt werden kann. Das „Mordkreuz“ wird von einem Fachbetrieb gesäubert, konserviert und wieder am heutigen Standort aufgestellt.

Die vor 15 Jahren angelegte Grünanlage bleibt in ihrer Form bestehen. Die Bepflanzung bedarf jedoch einer gärtnerischen Renovierung im kommenden Frühjahr. Hinter dem Wegekreuz wird die vorhandene Grünanlage durch ein leicht ansteigendes Erdplateau bis zu einer Höhe von einem Meter erweitert und mit betretbarem Rasen eingesät. Auf dem Hochpunkt wird ein Eschenbaum gepflanzt. Zudem werden zwei Sitzbänke mit Blickrichtung Siegdeich und Ackerlandschaft aufgestellt.

Ein Merkmal der Landschafts-Tore ist eine zweiseitige Informationstafel, die eine Beschreibung der Landschaft und der angrenzenden Ortsteile bietet. Die Besonderheit an der Meindorfer Allee sind Hintergrundinformationen zur bewegten Geschichte des “Mordkreuzes“.  Es war seinerzeit zur Erinnerung an die Ermordung der Catharina Meysgens (oder Meis oder Meisgens) von ihren Eltern errichtet worden. Die 19jährige war auf dem Heimweg von Pützchensmarkt bzw von der Quelle bei Sankt Adelheid gemeuchelt worden.