Aktionsprogramm

Aktionsprogramm rund um den Tag gegen Gewalt an Frauen

#orangetroisdorf - Troisdorfer Aktionstage
(16.11. - 25.11.2021)

Zum 40. Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2021 plant das Land NRW eine landesweite Aktionswoche. In Troisdorf haben sich verschiedene Einrichtungen zusammengeschlossen und führen gemeinsam erstmalig „Troisdorfer Aktionstage zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ durch.

Im Folgenden finden Sie das Programm der Aktionstage:

Bei allen Veranstaltungen gelten die aktuellen Corona-Regeln.

Dienstag, 16.11.21, 17:30 – 20:30 Uhr
Kreativ gegen Gewalt - Siebdruck

Wo: Beratungsstelle Check it
Hippolytusstraße 48
53840 Troisdorf

Veranstalter*innen: Jugendzentrum „Q“,
offen für Menschen jeden Alters, kostenfrei, ohne Anmeldung,

Textilien zum Bedrucken bitte selbst mitbringen!
Wir wollen an diesem offenen Abend mit allen Interessierten kreativ werden und das Logo der Troisdorfer Aktionstage mithilfe unserer Siebdruckmaschine auf eure Pullis, T-Shirts, Jacken, Beutel und andere Textilien drucken. Kommt ab 17:30 Uhr vorbei und bringt mit, was ihr bedrucken möchtet!
Das Q ist der Jugendtreff in Troisdorf für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 27 Jahren, die sich im Bereich LSBTIQ* verorten. Heterosexuelle Freund*innen sind natürlich auch herzlich willkommen!


Donnerstag, 18.11.21, 18:30 – 20:30 Uhr
Kinofilm „Die Unbeugsamen“

  • Wo: Cineplex Troisdorf

Am Bürgerhaus 15b
53840 Troisdorf

Veranstalter*innen: Beratungsstelle Check it & Gesundheitsamt Rhein-Sieg-Kreis,
ab 12 Jahren, die Tickets sind ab sofort zum ermäßigten Preis von 3,50 € an der Kinokasse erhältlich. Online sind die Tickets nur zum regulären Preis von 7,00 € erhältlich. 

Das Check It – Beratungsstelle Sexualität und Gesundheit im Rhein-Sieg-Kreis, mitten im Zentrum von Troisdorf, berät zu allen Fragen rund um Sexualität, Liebe und Beziehung. Darüber hinaus können Sie sich bei uns auf HIV & sexuell übertragbare Infektionen testen und wir bieten im Bereich Youthwork verschiedene Workshops zu den Themen Liebe, Sexualität, Aufklärung, Verhütung und Prävention an.

Gewalt hat viele Facetten und beginnt häufig schon mit verbalen Äußerungen und steigert sich meistens kontinuierlich. Eine Ausdrucksform von Gewalt ist Sexismus. Diese Thematik greift der brandaktuelle Film „Die Unbeugsamen“ auf, welcher seit August im Kino läuft und den alltäglichen Sexismus im deutschen Bundestag beleuchtet. In Kooperation mit dem Gesundheitsamt Rhein-Sieg-Kreis laden wir die Bürger*innen herzlich zu einem Filmabend am 18.11.21 ab 18:30 Uhr im Cineplex Troisdorf ein. Geplant ist eine kurze interaktive Einleitung und im Anschluss laden wir die Menschen dazu ein, im Kinofoyer bei einem Getränk mit anderen Zuschauer*innen über den Film ins Gespräch zu kommen. Im Foyer wird es Informationsstände zu unserer Beratungsstelle geben sowie von profamilia und dem Frauenzentrum Troisdorf.


Freitag, 19.11.21, 16:00 – 17:30 Uhr
Workshop zum Thema K.O.-Tropfen

  • Wo: Jugendzentrum Bauhaus

Pfarrer-Kenntemich-Platz 29
53840 Troisdorf

Veranstalter*innen: Frauenzentrum Troisdorf e.V.,
für Mädchen und junge Frauen ab 13 Jahren, kostenfrei, ohne Anmeldung

Die Veranstaltung hat das Ziel über folgende Punkte aufzuklären:

  • Was sind K.O-Tropfen?
  • Wie wirken sie?
  • Was kann ich tun, wenn ich die Vermutung habe, dass etwas passiert ist?
  • Wie kann ich mich schützen?
  • Was kann ich tun, wenn ein*e Freund*in betroffen ist?

Referentin: Zuleydy Carolina Reyes Reyes, Frauenzentrum Troisdorf

Wer wir sind: Das Frauenzentrum Troisdorf ist eine Beratungsstelle für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren und Fachberatungsstelle bei häuslicher und sexualisierter Gewalt.
Ziel ist es, Frauen und Mädchen zu unterstützen, gewaltfrei, selbst bestimmt und unabhängig leben zu können. Frauen und Mädchen finden professionelle Hilfe in Form von Einzelberatung, Gruppenangeboten, Veranstaltungen. Die Räume sind Schutzräume ausschließlich für Frauen und Mädchen. Frauen und Mädchen finden Unterstützung und Begleitung, insbesondere zu Themen wie Gesundheit, Gewalt in Beziehung, sexualisierte Gewalt, Trennung, Scheidung, Existenzsicherung und Essstörungen. Die ineinandergreifenden Hilfen werden als kurzfristige Beratung in aktuellen Krisen wie auch als langfristige Beratung und Begleitung angeboten:

Frauenzentrum Troisdorf e.V.
Hospitalstraße 2
53840 Troisdorf
Barrierefreie Zweigstelle
Alte Poststraße 18
53840 Troisdorf
Telefon: 02241 722 50
 beratung@frauenzentrum-troisdorf.de
 www.frauenzentrum-troisdorf.de


Samstag, 20.11.21, 12:00 – 17:00 Uhr
Gemeinsam Haltung zeigen - Fotografie-Workshop

  • Wo: Jugendzentrum Bauhaus

Pfarrer-Kenntemich-Platz 29
53840 Troisdorf

Veranstalter*innen: Kinder- und Jugendzentrum TK3,
für Menschen jeden Alters, kostenfrei, ohne Anmeldung,
Kontakt und Informationen: Jule Dörner, 0228/18499820,  tk3@troisdorf.de

Am Samstag, den 20.11.21 bieten wir vom Kinder- und Jugendzentrum TK3 einen Fotografie Workshop im Jugendzentrum Bauhaus an. Wir bilden aus menschlichen Körpern eine ausgestreckte Hand. Die ausgestreckte Hand steht als Stoppzeichen gegen Gewalt an Frauen und wird aus der Luft von einer Drohne fotografiert. Anschließend könnt ihr euch kostenfrei Jutebeutel mit dem Motiv der ausgestreckten Hand besprayen und Buttons selbst anfertigen - diese dürft ihr mit nach Hause nehmen. Wir freuen uns auf viele Besucher*innen!
Das Angebot ist kostenfrei, für Menschen jeden Alters und es wird keine Anmeldung benötigt. Die aktuellen Coronaschutzmaßnahmen werden eingehalten.

Kinder- und Jugendzentrum der Stadt Troisdorf TK3

Unsere Einrichtung ist ein Kinder- und Jugendzentrum der Stadt Troisdorf im Stadtteil Bergheim, Treffpunkt und Anlaufstelle für alle Interessierten zwischen 6 und 21 Jahren. An unseren regelmäßigen offenen Angeboten können alle Kinder und Jugendlichen ohne Anmeldung und ohne Leistungsdruck teilnehmen. Im Mittelpunkt steht Spaß und das, was Kinder und Jugendliche beschäftigt.


Montag, 22.11.21, 17:00 – 19:00 Uhr
Projekt Champs: Wertevermittlung gegen Gewalt

Nahestraße 61
53840 Troisdorf

Veranstalter*innen: MGH in Kooperation mit HennaMond eV,
Infoveranstaltung für Interessierte und pädagogische Fachkräfte, ohne Anmeldung

Referent*innen: Elisa Janknecht (Trainerin Mädchen), Jaouad Hanin (Gruppenleiter und Trainer)

Die Referent*innen berichten über die Arbeit am Projekt „Champs“ (ein Projekt von HennaMond e.V., Köln). Welche Erfahrungen hat man bisher mit dem Projekt gemacht. Was muss man in Hinblick auf den kulturellen Hintergrund der beteiligten Jugendlichen beachten?

Das Projekt richtet sich an junge Menschen, die bereit sind, sich für einen längeren Zeitraum (ca. ein Jahr) mit den Themen Gleichberechtigung, Wertevermittlung, Gewalt, Ehrenmord etc auseinanderzusetzen. Die Jugendlichen erwerben ein Zertifikat und gehen nach der „Ausbildung“ als Champs in Schulen, Jugendeinrichtungen und bieten Workshops für Gleichaltrige an. Eine Gruppenleitung begleitet sie. Im Fokus dieses Projektes steht es, eine demokratische Gesellschaft ohne Gewaltanwendung zu fördern. Das Projekt zielt darauf ab, präventiv mit den Jugendlichen zu arbeiten, bevor es zu innerfamiliären Konflikten und Gewalttaten kommt.

CHAMPS

Ein Projekt von HennaMond e.V., Köln
„CHAMPS – für Gleichberechtigung, Wertevermittlung und Demokratie,
Gewalt im Namen der Ehre ist kein explizit religiöses Phänomen, sondern kommt in vielen patriarchalischen Gesellschaften vor. In vielen Familien mit einem sehr konservativen Ehrverständnis wird keine klare Trennung zwischen Tradition, Kultur und Religion gezogen. Solange der Körper einer Frau nicht ihr gehört, sondern ihrer Familie, solange Liebe eine Sünde ist, solange ihre Jungfräulichkeit wichtiger als das Leben der Frau ist, solange aktiver Frauenhandel täglich mitten in Deutschland stattfinden kann, werden diese Denkmuster, stillschweigend oder aktiv, unterstützt. Solange leben Brüder, Väter oder Ehemänner, die weibliche Mitglieder der Familie "unter Kontrolle" haben, in der Überzeugung, dass sei von der Gesellschaft anerkannt und ihr Verhalten sei rechtens, also bestimmen sie weiter. So sieht das soziale Klima aus, in dem Gewalt und Verbrechen im Namen der Ehre passieren.

Bei der Bekämpfung des patriarchalischen Verhaltens geht es vor allem um die eklatante Ungleichheit in der Erziehung von Jungen und Mädchen, die Ablehnung der sexuellen Selbstbestimmung, das Beharren auf rigider Geschlechtertrennung und Vorstellungen von Reinheit und Keuschheit. All diese Positionen sind bei der Mehrheit der Muslime aus ihrem Islamverständnis nicht wegzudenken - und daher wird mit "Ehrenmorden" und Zwangsheiraten, wenn überhaupt, nur die extreme Spitze eines Eisberges sichtbar. Darunter liegt unaufgeklärtes Gelände.
Wir wollen Jugendliche gewinnen, die den Mut haben, über ein Jahr freiwillig zu uns zu kommen, um ihre Wertemuster kritisch anzuschauen und ggf. zu durchbrechen. Wichtig ist, dass sich die Jugendlichen in diesem Zusammenhang mit ihren eigenen Werten, ihrem Kultur- und Rollenverständnis auseinandersetzen. Die soziologische Prägung anzuerkennen, ist eine wesentliche Grundlage der Arbeit und wichtige Voraussetzung für das gegenseitige Verständnis. Im Fokus dieses Projektes steht, eine demokratische Gesellschaft ohne Gewaltanwendungen zu fördern. Ziel ist es, mit den Jugendlichen präventiv zu arbeiten, bevor es zu innerfamiliären Konflikten und Gewalttaten kommt.
Die zertifizierten Jugendlichen gehen nach der Ausbildung als CHAMPS in Schulen, Ausbildungsstätten, Jugendtreffs oder Workshops für Gleichaltrige. In der Regel führen das die Jugendlichen durch. Ein/e Gruppenleiter/in begleitet sie zur Unterstützung. Die Jugendlichen kennen die Kulturen, Konflikte, Zwänge und Träume der meist gleichaltrigen Jugendlichen - denn sie sind auch ihre eigenen - und begegnen ihnen somit auf Augenhöhe.Im Jungentraining und in den Workshops für Mädchen und Jungen arbeiten wir zu Themen wie Gleichberechtigung, Ehre und Frauenrechten. Wir orientieren und argumentieren dabei auf der Basis von Mitgefühl und Menschenrechten, die für alle gelten. Es geht vor allem darum, die Jugendlichen emotional zu erreichen. Bei unserem Arbeitskonzept spielt die Religion keine zentrale Rolle. Bei den Workshops beobachten wir häufig, dass die Jugendlichen am Anfang des Workshops ihre " Ehre" und die Unterdrückung von Frauen mit "islamischen“ Argumentationen zu rechtfertigen versuchen nach dem Motto: „Bei uns ist das so!“
Die Elternarbeit ist für die Wertevermittlung unverzichtbar.
Der gesellschaftliche Wandel betrifft Menschen in den verschiedensten Bereichen ihres Lebens und macht eine Anpassung daran unabdingbar. Da Werteerziehung nicht nur innerhalb der Familie und Schule stattfinden sollte, wollen wir mit dem Projekt „Champs – für Gleichberechtigung, Wertevermittlung und Gleichstellung von Geschlechtern“ präventiv über diese kulturell begründeten Familienmuster zusammen arbeiten, um gewaltbereiten Tendenzen und patriarchalischen Strukturen bei Jugendlichen entgegenzuwirken.


Mittwoch, 24.11.21, 11:00 Uhr
Aufstellung Orange Bank gegen Gewalt

  • Wo: Rathausvorplatz

Kölner Straße 176
53840 Troisdorf

Veranstalter*innen: Gleichstellung Stadt Troisdorf und Runder Tisch gegen häusliche Gewalt RSK,
öffentlich

„Einweihung“ der Orangen Bank gegen Gewalt im Beisein von Bürgermeister Alexander Biber

Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Rhein-Sieg-Kreis hat angeregt, dass in den Kommunen des Kreises zum 25.11.2021 orange Sitzbänke aufgestellt werden. Die Stadt Troisdorf wird sich beteiligen und eine Bank auf dem Rathausvorplatz aufstellen. Ob dies dauerhaft der Standort der Bank sein wird, steht noch nicht fest. Die Bank wird von Kindern und Jugendlichen aus dem Jugendzentrum TK3 gestaltet und außerdem mit einem QR-Aufdruck versehen, der über lokale und überregionale Hilfsangebote bei Gewalt informiert. Die kreisweite Bänke-Aktion fußt auf dem Projekt „La panchina rossa“ aus Italien.


Donnerstag, 25.11.21, 11:00 – 18:00 Uhr
Informationstag zum Umzug des Frauen- und Kinderschutzhauses Troisdorf

  • Veranstalter*innen: Frauen helfen Frauen Troisdorf e.V.,

Infotag mit Möglichkeit zu einer Führung, Anmeldung unter  info@frauenhelfenfrauenev.de

Das Frauen und Kinderschutzhaus Troisdorf hat in Troisdorf eine neue Bleibe gefunden. Es besteht an diesem Tag die Möglichkeit, das neue Haus bei einer Führung kennenzulernen und Infos über die Arbeit des Kinder- und Jugendschutzhauses zu erhalten. Eine Voranmeldung ist erforderlich. Die angemeldeten Teilnehmer*innen bekommen die Adresse übermittelt.

Zum neuen Kinder- und Frauenschutzhaus:

Der Verein Frauen helfen Frauen Troisdorf e.V. ist Träger des Frauen- und Kinderschutzhauses. Es ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit 1993 die Aufgabe stellt, eine Zufluchtsstätte für Frauen und ihre Kinder, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, zu bieten. Ziel des Trägervereins ist es, die Frauen und ihre Kinder vor weiteren gewalttätigen Übergriffen ihrer Partner*innen, anderer Familienangehörigen oder ihres sozialen Umfeldes zu schützen, sowie sie bei ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu beraten und zu begleiten. Das Frauen- und Kinderschutzhaus bietet geschützten Wohnraum.
Durch einen privaten Bauherrn hat der Verein die Möglichkeit einen Neubau mit Apartments zu mieten. Ab November 2021 stehen dazu den 12 Frauen mit ihren max. 18 Kindern in unserem Haus 10 Familienappartements unterschiedlicher Größe zur Verfügung. Alleinstehende Frauen teilen sich ein Appartement. Darüber hinaus befinden sich im Haus Büros der Mitarbeiterinnen und ein Kinder- und Jugendbereich.
In Folge des Umzugs ist eine Erweiterung des Angebotes geplant. Dies beinhaltet zusätzlich zur Aufstockung der Plätze auch eine Aufnahme von Frauen oder Kinder mit Behinderungen, von Jungen über 12 Jahren und anderen Menschen aus gewaltgeprägten Lebenssituationen wie transidente Menschen. Zudem soll das Frauen- und Kinderschutzhaus nicht mehr unter anonymer Adresse geführt werden. Damit verbunden ist das Arbeiten nach dem systemischen Ansatz.
Zu Beginn eines jeden Aufenthaltes einer Familie wahren wir zum Schutz der Frauen und Kinder zuerst noch die Anonymität der Adresse. Nach einer ausführlichen Gefährdungseinschätzung wird die Adresse im Fall, den jeweiligen Akteuren (Jugendamt, Rechtsanwält*innen etc.) geöffnet werden.
Aufgenommen wird nur nach telefonischer Vereinbarung.
Wenn Sie Fragen zu unserer Arbeit haben, melden Sie sich gerne: per E-Mail  info@frauenhelfenfrauenev.de oder telefonisch: 02241/1484934.


Donnerstag, 25.11.21, 17:00 Uhr
Haltung zeigen #orangetroisdorf - Gebäude und Plätze leuchten orange

  • Spaziergang für Menschen jeden Alters zu den orange erleuchteten Gebäuden in Troisdorf-Mitte,

Veranstalter*innen: Gleichstellung Stadt Troisdorf und TK3,
ohne Anmeldung

Treffpunkt: orange Bank
Rathausvorplatz
Kölner Straße 176
53840 Troisdorf
Ausklang Jugendzentrum Bauhaus

Gemeinsam mit allen Interessierten möchten wir an diesem Abend zu den orange erleuchteten Gebäuden in der Innenstadt gehen und auch mit unseren orangen Westen Haltung gegen Gewalt zeigen. Die Route werden wir festlegen, wenn wir wissen, welche Gebäude und Plätze beleuchtet sind. Zum Ausklang des Spaziergangs treffen wir uns im Außengelände des Jugendzentrums Bauhaus.

#orangetroisdorf am 25.11.2021

Zum Hintergrund: Die Veranstalter*innen der Troisdorfer Aktionstage gegen Gewalt wünschen sich, dass die ganze Stadt im Aktionszeitraum Haltung zeigt und ein Zeichen gegen Gewalt setzt. Weltweit hat sich inzwischen Orange als Farbe der Freiheit und als Symbol des Tags gegen Gewalt an Frauen durchgesetzt. Im Rahmen der Kampagne „Orange the world“ werden Gebäude in Städten zum 25.11. orange beleuchtet. In Troisdorf hatte 2019 die damalige Fraktion REGENBOGENPIRATEN nachgefragt, ob Möglichkeiten bestehen, dass Troisdorf sich 2020 an „Orange the world“ beteiligt. Als erste Kommune im Rhein-Sieg-Kreis wird Troisdorf nun in diesem Jahr eine Beteiligung an „Orange the world“ umsetzen. Die Veranstalter*innen setzten sich dafür ein, dass am 25.11. möglichst viele öffentliche und private Gebäude orange beleuchtet werden. Zusagen liegen bereits vor von der Stadthalle Troisdorf, den Stadtwerken, der Galerie Troisdorf und der Firma Reifenhäuser. Weitere Mitstreiter*innen sollen gefunden werden. Ansprechpartnerin für #orangetroisdorf ist Gleichstellungsbeauftragte Petra Römer-Westarp,  Roemer-WestarpP@troisdorf.de, Tel. 02241/900-178.


Wanderausstellung „Wir schweigen nicht“ der Beratungsstelle HennaMond e.V.
16.11. – 25.11.2021

WO: Stadtbibliothek City-Center Troisdorf
Kölner Straße 69-81
53840 Troisdorf

Während der Aktionstage ist in der Stadtbibliothek Troisdorf-Mitte die Ausstellung „Wir schweigen nicht“ der Beratungsstelle HennaMond e.V. www.hennamond.de zu sehen. Die Ausstellungsstücke setzen sich mit den Themen Genitalbeschneidung, Zwangsheirat und Ehrenmord auseinander. Geöffnet während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek Troisdorf.; www.stadtbibliothek-troisdorf.de

Die Wanderausstellung „Wir schweigen nicht“ befasst sich mit den Themen Genitalverstümmelung, Ehrenmord und Zwangsheirat. Unter dem Deckmantel patriarchaler Strukturen sind auch in Deutschland jährlich viele Menschen von diesen Formen familiärer Gewalt betroffen. In der Beratungsstelle HennaMond e.V. können Betroffene Information und Unterstützung erhalten. Gerade Gewalt im Namen der Ehre oder begründet aus patriarchalen Strukturen prägen den oder die einzelne, stellen aber gleichzeitig ein gesamtgesellschaftliches Thema dar.

Beratungsstelle HennaMonde e.V. zu der Ausstellung:

Ziel unserer Ausstellung ist es, diese immer noch weit verbreiteten Tabuthemen ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Eine Sensibilisierung für diese Themen, von denen sowohl Männer als auch Frauen in Deutschland und der ganzen Welt betroffen sind, soll die Tabuisierung lockern und die Gesellschaft aufklären. Von dem Gedanken, dass es sich bei diesen Formen patriarchaler Gewalt um ferne Themen, welche es lediglich außerhalb der „westlichen Welt“ gibt, soll sich verabschiedet werden. Genitalverstümmelungen, Zwangsheirat und Ehrenmorde passieren auch hier, genau vor unserer Tür in Deutschland.
Mit unserer Ausstellung, die von den Berater*innen unserer Beratungsstelle konzipiert wurde, thematisieren wir Schicksale, welche uns häufig in unserem Arbeitsalltag begegnen. Wir wollen Betroffenen von diesen Formen familiärer Gewalt eine Stimme geben. Gleichzeitig ist es uns ein wichtiges Anliegen, beteiligte Personen für diese Themen zu sensibilisieren. Sowohl Ärzt*innen und Polizist*innen als auch (potentielle) Täter*innen wollen wir auf diese Themen aufmerksam machen, Wissen erweitern und auf die Schwere dieser Taten sowie die Auswirkungen auf das weitere Leben der Opfer aufmerksam machen. Eine weitere Zielgruppe dieser Ausstellung sind in unseren Augen Schulklassen, da besonders junge Menschen von diesen Themen betroffen sind.
Unsere zum Teil makabren Ausstellungsstücke sollen verdeutlichen, wie facettenreich diese Themen sind. Wir wollen Aufmerksamkeit erregen, polarisieren und dadurch einen möglichst großen Wirkungskreis erzielen. Hierfür verwendeten wir Symbole, mit denen jeder Mensch in Deutschland etwas anfangen kann. Hierdurch soll eine Nähe zum Thema geschaffen werden, welche verdeutlicht, dass es auch in Deutschland jeden Menschen treffen kann.

Die Ausstellungsstücke

Eine menschenhohe Rasierklinge, welche mit überdimensional großen Tropfen bemalt ist, thematisiert die Genitalverstümmelung. Die Flüssigkeit ist farblos um persönliche Interpretationen Raum zu lassen. Ob Blut, Tränen oder Eiter gesehen wird, hängt von der einzelnen Person und deren Erlebenswelt ab. In einigen Kulturen gelten beschnittene Frauen als rein und heiratsfähig und Unbeschnittene als schmutzig und entehrt. Mit Hilfe von z.B. unhygienischen Messern, Scherben und Dornen werden die äußeren Genitalien entfernt, die vaginale Öffnung verengt, zum Teil sogar verschlossen. Erst nach der Hochzeit schneidet der Ehemann den Vaginalkanal wieder auf. Dies führt bei vielen Frauen sowohl zu körperlichen Problemen bis hin zum Tod als auch zu psychischen Schwierigkeiten. Im Jahr 2020 waren 67.000 Frauen von Genitalbeschneidung betroffen, wobei die Dunkelziffer in diesem Bereich hoch ist.

Zwei Holzaufsteller in Form von Bräuten symbolisieren die Zwangsheirat. Eine der beiden ist deutlich kleiner als die andere. Diese verdeutlicht die hohe Zahl von Kinderehen. In Deutschland wurden im Jahr 2019 34 Minderjährige verheiratet (vgl. Polizeiliche Kriminalstatistik, 2019). Doch nicht nur Frauen und Mädchen sind betroffen, im Jahr 2019 waren 4 der von Zwangsheirat betroffenen Menschen männlich. Beide Pappaufsteller sind in Ketten gelegt, was den Zwangskontext verdeutlichen soll. Auffällig in ebenfalls, dass nur die eine Hälfte der Figuren bemalt ist. Eine Braut in Weiß, die zur Hälfte im Schatten ist. Gleichzeitig soll die farblose Seite verdeutlichen, dass Bräute in anderen Kulturen anders gekleidet sein können. Da sich unsere Ausstellung auch an Menschen aus anderen Kulturen richtet, lässt die Pappfigur hier wieder Raum für Interpretation, damit sich jeder Mensch angesprochen fühlen kann. Jedoch ist es uns wichtig, mit der farbigen Seite der Braut, welche wie eine typische europäische Braut gekleidet ist, zu verdeutlichen, dass Zwangsheirat in Deutschland vorkommt und hier ein aktuelles Thema ist.

Auch auf Ehrenmorde gehen wir mit Hilfe eines Ausstellungsstücks ein. Den Sarg schmücken Schleifen, welche typisch für Beerdigungen sind. Doch statt trauernder Worte zieren diese Schleifen Worte des Hasses und der Scham. Hierdurch soll verdeutlicht werden, dass Betroffene beschimpft und nicht betrauert werden. Zusätzlich ist ein Gebetsteppich um den Sag geschlungen. Oftmals ist Ziel eines Ehrenmordes, die Bereinigung der beschmutzten Ehre der Familie, welche durch den Mord an der Person, die diese vermeintlich beschmutzt hat, geschieht. Ein Urteil zum Tode durch die Familie kann hier unter anderem bei Frauen durch Sexualkontakt vor der Heirat, wenn dieser vermutet wird, oder auch bei homosexueller Orientierung gefällt werden. Zwischen den Jahren 1996 und 2005 zählte das Bundekriminalamt 109 Opfer im Bereich des Ehrenmords (vgl. BKA, Auswertung von Daten der Prozessakten, 2010). Jedoch kann auch hier von einer deutlich höheren Zahl ausgegangen werden, da viele weitere Morde nicht dem Ehrenmord zugeordnet wurden, aber Anzeichen hierfür aufwiesen.

Wir haben versucht, unserer Ausstellung offen zu gestalten, um allen Menschen Interpretationsspielraum zu bieten. Auch ist sie offen für Veränderungen oder Erweiterungen. Wenn Betroffene das Bedürfnis haben, den Ausstellungsstücken ihre eigene Note z.B. in Form von Fotografien zu geben, liegt dies in unserem Interesse. Auch für Tonspuren, in denen Betroffene von ihren eigenen Erfahrungen oder Sichtweisen berichten, sind wir offen.

Unsere grundsätzliche Idee ist es jedoch, dass die Figuren für sich sprechen und ihre Aussagekraft auch durch die eigene Interpretation entsteht.


Infos zum Beratungsangebot von pro familia Troisdorf

pro familia Troisdorf
Hippolytusstraße 48 (Check-it)
53840 Troisdorf
Mittwochs 9:00 - 12:00 Uhr (nach vorheriger Terminvereinbarung unter Tel. 02241/21010)

pro familia Rhein-Sieg-Kreis ... mit uns können Sie reden
lm Team der pro familia arbeiten Sozialarbeiter*innen, Ärzt*innen, Psycholog*innen, Sexualpädagog*innen, Familienhebammen und Beratungsstellenassistent*innen zusammen.

Medizinische Beratung
Begleitung und Beratung zu folgenden Themen: Schwangerschaft und Pränataldiagnostik, Kinderwunsch, Verhütung, „Pille danach“, Wechseljahre, Sexualberatung, Vaterschaftstest

Familienhebamme
Beratung, Begleitung und Unterstützung vom Beginn der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag des Kindes

Partnerschafts- und Sexualberatung
Krisen in der persönlichen Entwicklung und/oder in der Partnerschaft; Sexualberatung; Missbrauch und sexuelle Gewalterfahrung

Sexualpädagogik
Veranstaltungen mit Schulklassen und Jugendgruppen, Beratung für Jugendliche, junge Erwachsene und Multiplikatoren, Elterngespräche, Verhütungsmethoden, Aidsprävention, Fortbildungen, Materialien

Schwangerschaftskonfliktberatung
Gemäß § 5/6 SchKG; psychische, partnerschaftliche, wirtschaftliche und lebensplanungs Aspekte; med. Aufklärung, Finanzierung, Beratungsbescheinigung, Arztadressen, Beratung nach Abbruch

Soziale Beratung für Schwangere
Psychosoziale Beratung; Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld, Sozialleistungen und finanzielle Hilfen; Unterhalt, Kindschaftsrecht; Vertrauliche Geburt