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Mühlengraben-Schleusen-System

Robert Pietza an der Schleuse Button Bild vergrößern

Da durch das vom Deich geschützte „potentielle Überschwemmungsgebiet“ der Mühlengraben fließt, muss neben dem statischen Deichschutz auch dieses Fließgewässer abgesperrt werden. Eine möglichst weit reichende Hochwassersicherheit ist nur durch das Schließen der Schleusen zu erreichen.

Insgesamt vier Schleusen

Zwei Schleusen liegen auf dem Gelände der CORUS-Werke. Die dritte Schleuse liegt unter dem Damm der Autobahn A 59. Sie dient aus statischen Gründen dazu, Wasser als Gegengewicht zum drückenden Hochwasser im Mühlengrabenbett (unter dem Bett liegt als Wassersperre eine Spezialfolie gegen drückendes Grundwasser) entlang von Troisdorf-Friedrich-Wilhelms-Hütte zu halten. Diese Schleuse läuft bei einem gewissen (notwendigen) Wasserstand über. Die vierte und letzte Schleuse mit zwei separaten Verschlüssen beziehungsweise Toren befindet sich am tiefsten Punkt des Siegdeiches in Troisdorf-Müllekoven (Sohle 45,5 m ü. NN - Deichhöhe 54,3 m ü. NN).

Schleusensystem bei Hochwasser

Sobald Hochwasser zu befürchten ist (ab 4,50 m Kölner Pegel – mit steigender Tendenz, d.h. bei schlechter Prognose), wird die Schleuse am Aggerwehr geschlossen. Eine Viertelstunde später wird die A-59-Schleuse herunter gefahren. Die Schleuse in Müllekoven wird etwa 1 1/2 Stunden später geschlossen. Dieser zeitliche Rhythmus ist erforderlich, um das jeweilige Restwasser im Mühlengraben ablaufen zu lassen.

Vorsorglicher Hochwasserschutz

Dieses zeit- und arbeitsaufwendige Schließen und Öffnen der Schleusen erfolgt im Rahmen des (vorsorglichen) Hochwasserschutzes jährlich mehrmals. Steht das Hochwasser am Deich, erfolgt eine entsprechend langfristige Absperrung. Jedes Jahr zu Beginn der Sommerferien wird der Mühlengraben zusätzlich circa 2 Wochen abgesenkt, da dann der gesamte Bachlauf gereinigt werden muss.