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Marca Asiamariorum, Aschemere, Eschemare – heute: Eschmar

Eschmar ist mit knapp 3200 Einwohnern ein kleiner beschaulicher Ort inmitten von Natur und Feldern.


Eschmarer Mühle, Bildquelle. Marc Eickelmann, Stadt TroisdorfBildergalerie Eschmar ansehenBild vergrößern

Marktflecken am Wasser

Als Marca Asiamariorum, das soviel heißt wie „Marktflecken am Wasser“, ist Eschmar 832 in einem Güterverzeichnis des Bonner Cassiusstiftes genannt. Die Ortsnennung wechselte später von Aschemere, Eschemare zu Eschmar. Aus vorgeschichtlicher Zeit gibt es nur wenige Funde zwischen 600 und 50 v. Chr.
Eschmar wird als eigene Ortschaft in den Stiftungsurkunden der Abtei auf dem Michaelsberg zwischen 1065 und 1075 erwähnt. Das hier vorhandene Königsgut ist am 29. Mai 1068 durch Bestätigung Königs Heinrich IV. an die Abtei Siegburg übertragen worden. Die Übertragung wird in weiteren Urkunden immer wieder bestätigt. Der Hof war der spätere Präsenzhof der Abtei, den nach 1803 die Familie Braschos kaufte und heute noch bewirtschaftet.
Aus Urkunden von 1135 und 1246 ergibt sich, dass auch andere Kirchen und Klöster Einnahmen aus Höfen in Eschmar erhielten.

Ob Eschmar seit frühester Zeit immer zum Sieglarer Bannbezirk gehörte, ist ungewiss. 1271 kommt das Dorf mit der Sieglarer Vogtei zur Burggrafenschaft Löwenburg, dem späteren Amt Löwenberg. Zwischen Löwenberg und Eschmar bestanden von 1350 bis 1400 familiäre Beziehungen. Urkunden von 1361 und 1389 bezeichnen Ricarda von Eschmar als Enkelin von Johann von Löwenberg, 1383 bezieht dessen Schwägerin Irmgard bis zu ihrem Tod eine Rente von einem Eschmarer Hof.
Zwei Urkunden von 1389 und 1404 zeugen von Weinanbau in Eschmar.

Besitz des Herzogs von Berg geht an Graf Nesselrode-Ehreshoven

Es wird angenommen, dass der Burghof in Eschmar 1441 von Herzog Gerhard I. von Berg an Graf Nesselrode-Ehreshoven als Lehngut übertragen wurde. Aus den Erträgen werden jahrhundertelang Renten an die Abtei Siegburg abgeführt. Der Hof bleibt bis 1858 im Eigentum Nesselrode- Ehreshoven.
Weitere Höfe waren das Beginengut, der Propsthof, der Theißhof, der Zweifelshof, der Pollhof und der Klockenhof. Die Höfe besaßen teilweise Nutzungsrechte am Altenforst.
Bei der Gerichtserkundung im Herzogtum Berg 1555 wird Eschmar als eigene Honschaft erwähnt. Das Dorf ist im Truchsess’schen Krieg (Kölner Krieg) am 13.04.1588 während der Belagerung Bonns niedergebrannt worden. Die Bevölkerung rettete sich in das Waldgebiet des Altenforstes.

Zwischen 1713 und 1715 tritt Bernhard Rembold, der Spellbähn aus Eschmar, mit seinen Prophezeihungen an die Öffentlichkeit. Er verunsichert die Bevölkerung und wird deshalb verhaftet; er stirbt 1783 in Köln.

Im 1. Koalitionskrieg zwischen Frankreich und den vereinigten österreichischen Truppen gehört Eschmar zur Verteidigungs- und Auffanglinie Lohmar bis Bergheim. Es muss besonders von 1794 bis 1797 Einquartierungen, Durchmärsche und Verwüstungen erdulden. Erst 1801 ist der Krieg endgültig beendet.
Nach Einführung der französischen Bürgermeisterverfassung 1808 gehört Eschmar zur Mairie Sieglar. 1815 wird Eschmar preußisch und gehört bis 1845 zum Bürgermeistereiverband Sieglar. 1846 ist die Ortschaft Spezialgemeinde mit eigenem Gemeinderat und wird am 1.4.1917 in die Gemeinde Sieglar eingemeindet.

Dieser Zusammenschluss galt bis zum 31.7.1969. Bei der kommunalen Neuordnung am 1.8.1969 kam Eschmar mit der Gemeinde Sieglar zur neuen Stadt Troisdorf. Mit dem Schulbau wurde 1874, mit dem Kirchbau 1937 begonnen.