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Öko-Landwirtschaft für jedermann:

Gartenglück bei Kriegsdorf zwischen Super-Möhre und Feldlerche


  •  Evgeny Ivanov, Claudia Holzapfel, Dr. Hans-Bernd Bendl und Walter Schaaf im Feld 
  •  Claudia Holzapfel betrachtet einen Ausschnitt ihres Gartenglücks. 
  •  Auch der Brokkoli wächst und gedeiht. 

Die ersten Bohnen werden in den kommenden Tagen geernet. Und schon seit Anfang Juni essen Claudia Holzapfel und ihr Mann ihren eigenen Bio-Salat. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Betreiberin einer Keramik-Werkstatt ihre Parzelle in den Feldern bei Kriegsdorf bewirtschaftet. Mit Erfolg: „Wir haben ein dreiviertel Jahr von dem Gemüse gelebt.“

Claudia Holzapfel hat eine von 60 Parzellen gepachtet, auf denen man bei Kriegsdorf selber seinen Salat und sein Gemüse ernten kann. „Gartenglück“ nennt sich dieses Modell der Landwirtschaft für jedermann. Evgeny Ivanov und seine Frau Katrin, beide diplomierte Agrarwissenschaftler, betreiben einen Bioland-Betrieb im Bergischen Land. Mit ihrer Begeisterung für eine natürliche Landwirtschaft wollen sie andere Naturfreunde anstecken. Dazu pachten sie Felder von Landwirten und unterteilen diese in 50 Quadratmeter große Parzellen, die sie dann mit allerlei Gemüsesorten bepflanzen und danach  interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern zur Verfügung stellen. „Gartenglück“ gibt es u. a. in Buchheim, Weiden und Sürth. Und seit letztem Jahr auch in Kriegsdorf.

Ivanov und seine Frau begleiten mit ihrem Fachwissen die Amateur-Landwirte und unterstützen sie handfest bei Fragen rund um die richtige Aufzucht und Ernte der Pflanzen.

Die Liste der Salate und Gemüsesorten, die bei Kriegsdorf wachsen und gedeihen, ist lang. Radieschen, Tomaten, Paprika, Zucchini, Brokkoli, Kohlrabi, Zwiebeln, Rote Beete, Mangold, Basilikum, Kürbis und viele viele mehr.

„Letztes Jahr hatte ich Super-Möhren“, schwärmt Claudia Holzapfel. „Dieses Jahr habe ich noch einige mehr angebaut.“ Denn das Obst und Gemüse aus dem eigenen Anbau hat einen großen Vorzug: „Es schmeckt!“

Ein bisschen ist es wie beim Kleingärtnern, nur auf freiem Feld und ohne Vereinszugehörigkeit. Ein Gemeinschaftsgefühl unter den Klein-Landwirten hat sich dennoch entwickelt. „Die Leute, die sich hier treffen, ticken halbwegs ähnlich“, findet Claudia Holzapfel. Sie schätzt neben ihrer gärtnerischen Arbeit und den Erfolgen, die diese bringt, die Atmosphäre auf dem freien Feld. „Es ist so ein schöner Ort hier, fast exotisch.“ Bei gutem Wetter kann man zwischen Telegraphenberg und Siebengebirge den Blick in die Weite schweifen lassen.

Und auch dem Ohr wird etwas geboten. „Man hört die Feldlerche“, macht Evgeny Ivanov aufmerksam und erklärt, dass deren Population an den „Gartenglück“-Standorten größer geworden sei.

„Hier wird ein gutes Beispiel dafür gegeben, wie sich nachhaltige und verantwortungsbewusste Landwirtschaft für den Eigenbedarf und die Liebe zur Natur ganz praktisch miteinander verbinden lassen“, fasst Biologe Dr. Hans-Bernd Bendl vom Amt für Umwelt- und Klimaschutz die positive Ausstrahlung des Projektes zusammen. Und auch der Technische Beigeordnete Walter Schaaf ist höchst angetan: „Gartenglück – hier ist der Name Programm. Die Stadt Troisdorf freut sich, dass bereits so viele Mitbürgerinnen und Mitbürger von der wunderbaren Möglichkeit Gebrauch machen, unter kompetenter Anleitung zu kleinen Bio-Bauern zu werden.“

Einige wenige der 2 x 25 Meter großen Parzellen sind noch frei und können sofort bewirtschaftet werden. Mehr Informationen geben Katrin Ivanov-Below und Evgeny Ivanov, die Betreiber von „Gartenglück“, unter Tel.: 02207/70 66 85.

www.gartenglueck.info

Johannes Schmitz

Pressemeldung 324 vom 09.07.2018 - Pressestelle der Stadt Troisdorf