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Öffentlicher und freie Träger verständigen sich:

Kita-Plätze werden einheitlich vergeben

Verlässlichkeit für die Eltern

Froh über einheitliche Kita-Platzvergabe: vorne v.l. Josefine Berger, Petra Swetik, Carola Kubany (JAEB), Jana Osterczyk, dahinter Amtsleiter Markus Wüst, Alexander Biber (JHA) und Andreas Wintersohl.Bild vergrößern

Ab 2020 wird das Aufnahmeverfahren für die 45 Troisdorfer Kindertagesstätten einrichtungs- und trägerübergreifend harmonisiert. Ab Anfang Februar kann dann die Vergabe der Kita-Plätze für Troisdorfer Kinder in allen Kitas gleichzeitig beginnen. Darauf verständigten sich das städtische Jugendamt als öffentlicher Träger und die 10 freien Träger der Kitas.

Das Jugendamt hatte im Sommer 2018 angeregt, das Verfahren zur Platzvergabe in den Troisdorfer Kitas zu vereinheitlichen. Hintergrund war die uneinheitliche Vorgehensweise der Platzzusagen bzw. Absagen bei den Trägern und die hiermit verbundene Verwirrung bei manchen Eltern.

Der Vorschlag wurde in der Arbeitsgemeinschaft AG §78 „Kindertagesbetreuung in Troisdorf“ diskutiert und rasch umgesetzt. Alle Träger unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung. Die stellten jetzt Alexander Biber, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses des Stadtrats, Petra Swetik, Träger AWO Bonn/Rhein-Sieg, Carola Kubany, Vorsitzende des Troisdorfer Jugendamtselternbeirats JAEB, Josefine Berger, Integrative Kita Heidepänz, Jana Osterczyk, Waldorf Kindergarten, Andreas Wintersohl, GFO Kita Sonnenblume, sowie Dr. Markus Wüst, Leiter des Jugendamts der Stadt Troisdorf, der Presse vor.

„Die Situation in den Familien hat sich verändert, oft arbeiten beide Eltern, da kommt es öfters zu schwierigen Situationen wegen der Berufstätigkeit und Zeitplanung. Das digitale Anmeldesystem Little Bird hat sich bewährt und jetzt wird es jedes Jahr eine frühe Mitteilung über die Platzvergabe geben. Wir freuen uns über die zügige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Jugendamt“, erklärte Petra Swetik.

Was die ist AG §78?

Im Sozialgesetzbuch (SGB), VIII - Kinder- und Jugendhilfe, § 78 heißt es: „Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen die Bildung von Arbeitsgemeinschaften anstreben, in denen neben ihnen die anerkannten Träger der freien Jugendhilfe sowie die Träger geförderter Maßnahmen vertreten sind. In den Arbeitsgemeinschaften soll darauf hingewirkt werden, dass die geplanten Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden und sich gegenseitig ergänzen.“

Vor einigen Jahren hat sich die AG $78 „Kindertagesbetreuung in Troisdorf“ gebildet. In dieser treffen sich einmal im Quartal die Trägervertreterinnen und -vertreter der Troisdorfer Kitas mit den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamts.

Das Gremium hat Petra Swetik zur Vorsitzenden gewählt, Trägervertreterin der Arbeiterwohlfahrt Bonn/Rhein-Sieg. In dem Gremium werden regelmäßig übergeordnete Themen besprochen wie die Vergabe von Kita-Plätzen, die Ausbau-Planung und die Personalsituation in den Einrichtungen.

Außerdem geht es um Neuentwicklungen wie die Aktualisierungen der Personalvereinbarung des Landes und neue gesetzliche Regelungen. Ziele sind die gemeinsame Lösung von Problemen und die Abstimmung von Verfahren und Vorgehensweisen.

Das formale Verfahren

Die Belegung der Kita-Plätze der Kinder für das nächste Kita-Jahr wird durch die Jugendhilfeplanung gemeinsam mit den Kita-Leitungen erhoben und auf Trägerebene abgestimmt. Die endgültige Planung muss im Jugendhilfeausschuss (JHA) beschlossen und anschließend dem Landesjugendamt gemeldet werden.

Das ist erforderlich, damit alle Träger für ihre Kitas die Pauschalen pro Kind erhalten und damit die Finanzierung der Betriebskosten sichergestellt wird. Die Meldung beim Landesjugendamt muss regelmäßig spätestens zum 15. März eines Jahres erfolgen. Das Kita-Jahr beginnt am 1. August. Der JHA wird deshalb in Zukunft jeweils im Januar tagen, damit frühzeitig eine verbindliche Zusage bzw. Absage an die Eltern erfolgen kann.

Hervorragende Versorgung

„Es gibt eine große Nachfrage der Familien nach Betreuung, Bildung und Erziehung in unseren Kindertagesstätten. Wir haben 2019 100 Ü3-Kinder mehr als 2018. Deshalb haben alle Träger jetzt schnell ein neues Verfahren eingeleitet. Außerdem werden noch weitere neue Kita-Gruppen eingerichtet.

In allen Einrichtungen wird aber händeringend Personal gesucht wie in allen Kommunen. Auch die Flächen für Neubauten sind inzwischen rar geworden. Das bleibt eine große Aufgabe“, erklärte Stadtverordneter Alexander Biber, Vorsitzender des JHA.

In den 45 Troisdorfer Kitas, darunter 22 städtische, spielen, toben und lernen 2.900 Kinder. Das entspricht einer Versorgung von über 95 %. Von 650 Kinder im Alter unter 3 Jahren werden 460 in Kitas und 190 in der Tagespflege betreut (42,5 %). Neue Kita-Gruppen werden in der Kita Heidepänz am Rotter See, im Waldorf-Kindergarten und in der Kita Wäldchen der Kinderzentren Kunterbunt in Spich, gebildet, außerdem in der neuen Kita St. Hippolytus (im Bau) sowie in der neuen Kita St. Elisabeth der GFO im Neubaugebiet FWH Roncallistraße (im Bau). Infos hier auf der Webseite, Rubrik Familie/Bildung.

Peter Sonnet

Pressemeldung 259 vom 28.05.2019
Pressestelle der Stadt Troisdorf