Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e.V.

NABU Rhein-Sieg

Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

Regionale 2010


Das Fischereimuseum in Bergheim
Das Museum der Bergheimer Fischereibruderschaft ist ein lohnendes Ausflugszeil in einer wunderschönen Umgebung - an einem alten Rheinarm auf der Grenze zwischen Troisdorf-Bergheim und Niederkassel-Mondorf gelegen. Ausstellungsraum des Museums

Es handelt sich um ein fischer- und heimatkundliches Museum, welches regionale Bedeutung erlangt hat. Im Herbst 1986 wurde das Museum unter dem Archtekten - und zugleich Erstem Brudermeister - Willi Engels gebaut und im Januar 1987 zum 1000-jährigen Jubiläum der Bruderschaft eingeweiht.
Das Fischereimuseum wird im Rahmen der Regionale 2010 erweitert. Am 4. September 2009 fand die Grundsteinlegung statt. Lesen Sie dazu die Pressemitteilung der Stadt ...

Es zeigt die Geschichte der Zunft und des Ortes, das Fischerei-, das Fangnetze- und Korbmacherhandwerk sowie die Fischarten im Fanggebiet. Dieser Bereich wurde um die Ausstellung von Wasservögeln und Wasserreptilien ergänzt.
Das Museum gestattet einen Blick auf die Fanggewässer unter Einschluss eines alten Fischerbootes (s. Foto unten).

Das Fischereimuseum ist jeweils am ersten Sonntag im Monat in der Zeit von 14.30 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Blick vom 'Discholl' (alter Rheinarm) auf das Museum

Die Fischereibruderschaft Bergheim stellt sich vor:
(Weitere Infos unter: www.fischereibruderschaft.de)

Die Fischereibruderschaft des Troisdorfer Stadtteils Bergheim schaut auf eine lange Tradition zurück. Die nunmehr über eintausend Jahre alte Fischereibruderschaft an der Sieg hat schon seit frühester Zeit den Bewohnern des Siegmündungsgebietes zum Broterwerb gedient und eine rege Fischerei entstehen lassen. Die Sigambrer und später die Franken übten sie als Naturalrecht aus. Heute liegt sie in den Händen der altehrwürdigen Bergheimer Fischereibruderschaft.

Als Gründungszeitpunkt können die Fischerbrüder das Jahr 987 n.Chr. ausmachen. Seit dieser Zeit schlossen sich die Fischer zu einer festen Gemeinschaft zusammen, die die festangefügte Ordnung einer organisierten zunftähnlichen Bruderschaft annahm. Seither gab es denkwürdige Ereignisse in deren Geschichte.

Seit 1555 ist durch die Erkundigung die Steuerpflicht schriftlich fixiert: Den Bergheimer Fischern steht der Fangertrag zu zwei Dritteln zu, ein Drittel ist an das Kloster Vilich abzuführen.
Ebenfalls im 16. Jahrhundert, 1593, gibt es erstmals eine genaue - notariell beurkundete - kartografische Erfassung des Fanggebietes der Bruderschaft.

Seit alters vererbt sich die Mitgliedschaft von den Vätern auf ihre ehelichen Söhne. Wie in alten Zeiten finden heute noch am ersten Samstag nach Dreikönige und Johannes Baptist die Fischerversammlungen statt. Fischereimuseum in Bergheim

Heute ist die Fischereibruderschaft die alleinige Inhaberin der Fischereirechte. Grundlage dafür ist bis heute, daß sich die Bruderschaft im Jahre 1850 von der Abgabe des "dritten Fisches", der seit 1815 dem preußischen Staat zustand, loskaufen konnte.

Seit 1907 ist die Fischereibruderschaft ein rechtsfähiger Verein. Seit 1964 hat die Bruderschaft ein neues Wappen, das im deutschen Wappenbuch eingetragen ist.

Die Bergheimer Fischereibruderschaft ist die älteste derartige zunftähnliche Einrichtung auf deutschem Boden. Sie trägt in hohem Maß zur Gewässer- und Landschaftspflege sowie zur Bewirtschaftung im Unterlauf der Sieg und des rechtsrheinischen Gebietes im Raum Bonn bei.


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