Patenstadt Mushtisht im Kosovo
  • Reise nach Mushtisht
  • Stadt Troisdorf fand Partner im Kosovo
  • zunächst Patenschaft für schnelle Aufbauhilfe
  • "Ein Zeichen des Friedens in schwieriger Zeit"

  • Der Gastkommentar von Dr. Rupert Neudeck im InTro gab den Anstoß: Eine provokative Bemerkung Neudecks reizte Bürgermeister Manfred Uedelhoven zum Widerspruch.
    Es ging um Hilfe der Stadt Troisdorf für eine Kommune im Kosovo.

    Wappen von Mushtisht (Kosovo)Der Bürgermeister nahm Kontakt mit dem Troisdorfer Gründer des weltweit agierenden Hilfskomitees Cap Anamur auf, Neudeck organisierte eine Reise in das ehemalige Kriegsgebiet und schnell waren die ersten Kontakte zwischen Troisdorf und der Bezirksgemeinde Mushtisht im Kosovo hergestellt. Als erste deutsche Kommune sollte Troisdorf damit eine Städtepartnerschaft mit einer Kommune im Kosovo nach dem dortigen Krieg 1999 begründen.

    Mushtisht liegt in der Nähe von Prizren. Dort lernten die Gäste aus Troisdorf schon bald Shaqir Mala, den Bürgermeister von Mushtisht, kennen. Troisdorfs Bürgermeister sammelte viele bewegende Eindrücke und führte zahlreiche Gespräche. Nicht nur die überschwängliche Gastfreundschaft beeindruckten ihn. Rasch stellte er fest, daß es den Kosovaren um Anerkennung als Mitglieder der europäischen Völkergemeinschaft geht, um Hilfe beim Aufbau demokratischer Strukturen und um konkrete Unterstützung beim Wiederaufbau in ihrer Heimat.

    Mushtisht hat ca. 6.000 Einwohner und wurde während des Krieges 1999 zum großen Teil zerstört. Die Bewohner lebten in Ruinen. Das Hilfskomitee Cap Anamur startete in der entsprechenden Region frühzeitig ein Programm zur Wiederherstellung der Hausdächer, "damit die Menschen erst einmal ein Dach über dem Kopf haben", so Neudeck. Baumaterial wurde geliefert und die betroffenen Bewohner begannen sofort mit dem Wiederaufbau ihrer Häuser. In Mushtisht wurden inzwischen Dreiviertel der zerstörten Dächer und viele Häuser erneuert.

    Insgesamt hat das Hilfskomitee seit 1998 rund 46 Mio. DM an Spendengeldern in Hilfsprojekte im Kosovo gesteckt. Zwischen Cap Anamur und den Menschen in Mushtisht bestehen mittlerweile enge Beziehungen. Neudeck: "Die Menschen in der Region Mushtisht haben einen starken Aufbauwillen und sie würden sich wie die Schneekönige über eine Partnerschaft ihrer Gemeinde mit Troisdorf freuen".

    Der Rat der Stadt Troisdorf nahm am 19. Dezember 2000 den Vorschlag einer Patenschaft mit Mushtisht einstimmig an. Bürgermeister Shaqir Mala und Landrat Ukë Bytyqi aus der Bezirksstadt Suharekë kamen mit Dolmetscher Fadil Hamzaj aus Mushtisht in unsere Stadt, um die Patenschaftsurkunde zu unterzeichnen und erste Gespräche mit Trosidorferinnen und Troisdorfern zu führen.
    Der Bezirk um Suharekë besteht aus 44 Gemeinden, in denen insgesamt 75.000 Einwohner leben.

    "Es ist ein Zeichen des Friedens und der Unterstützung gerade jetzt in einer besonders schwierigen Zeit. Ich will versuchen, noch mehr deutsche Städte für solche Patenschaften zu finden", merkte Bürgermeister Uedelhoven bei der Unterzeichnung der Urkunde in der Stadtratssitzung am 20. März 2001 an. Auch Vizelandrat Achim Tüttenberg, selbst Troisdorfer Stadtverordneter, unterstrich die Bedeutung dieser Patenschaft, die beispielhaft im Rhein-Sieg-Kreis sei. Die Patenschaft mit einer Kommune im Kosovo hat auch nach Meinung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, der das Vorhaben begleitet, Modellcharakter und damit Bedeutung für den Stabilitätspakt auf dem Balkan. Sie sei ein Beitrag zur Förderung selbstverwalteter und -bewußter Gemeinden im Kosovo und nicht zuletzt ein Element der Völkerverständigung durch gegenseitiges Kennen- und Verstehen-lernen.

    Die Kontakte beginnen zunächst als Patenschaft, da es erst einmal um Hilfestellung und Beratung gehen wird. Der Kosovo benötigt beratende Expertinnen und Experten vor allem aus den Bereichen Umweltschutz, Abfall- und Abwasserbeseitigung, Wasserversorgung, Stadtplanung und allgemeine Verwaltung. Für die technischen Ämter der Stadtverwaltung sprach Erster Beigeordneter Wolfgang Pietrek ausgiebig mit den Gästen aus Mushtisht und auch die Stadtwerke Troisdorf GmbH machen sich schon Gedanken darüber, wie sie der neuen Patenstadt mit Rat und Tat zur Seite stehen können.
    Bürgermeister Mala besichtigte zudem die Pflanzenkläranlage in Troisdorf-Altenrath, die ein Modell für die ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Abwasserentsorgung in der Region um Mushtisht werden könnte.

    Im Februar 2007 war eine Delegation aus Mushtisht in Troisdorf, um über die Lage im Kosovo und in der Patenstadt zu sprechen. ...mehr

    Weitere Informationen über Mushtisht und den Kosovo unter http://www.ian.org.yu/kosovo-info.


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