Besucher-Portal Burg Wissem

Stadt Troisdorf

Termin:

Sa, 30.09.2017, 10:00 Uhr

Ausstellungseröffnung "Eine Beziehung im Wandel: 200 Jahre Schießplatz in der Wahner Heide und die Zivilbevölkerung in Troisdorf"

Die Ausstellungsdauer ist vom 30.09. bis zum 10.12.2017.

Ausstellung

Ausstellung

1817 begannen preußische Truppen, die Wahner Heide für Schießübungen zu nutzen. Aus der Festungsstadt Köln kamen sie zunächst für kurze Zeit, später dauerhaft in die Heide, um für den Ernstfall zu proben. Wurde zunächst nur ein geringer Teil der Heide beansprucht, wuchs durch die Weiterentwicklung der Waffentechnik die Reichweite der Geschosse immer rascher. Von der Vergrößerung des Schießplatzes waren sowohl die Landschaft, die den militärischen Zwecken entsprechend umgestaltet wurde, als auch die Zivilbevölkerung in den Heidedörfern und den Randgebieten betroffen.

Die Ausstellung „Eine Beziehung im Wandel: 200 Jahre Schießplatz in der Wahner Heide und die Troisdorfer Bevölkerung“ nimmt diese ambivalente Beziehung in den Blick: In fünf Kapiteln stellt sie die Entwicklung des Schießplatzes vom „Revue-Platz“ zum zeitweise größten Truppenübungsplatz des Deutschen Reiches dar, beleuchtet das Verhältnis zwischen Zivilbevölkerung und Militär in Kriegs- und Friedenszeiten und zeigt die Auswirkungen des Übungsbetriebes auf die Natur.

Es wird ein Bogen geschlagen von den Anfängen „Wie alles begann“, über die notwendigen Erweiterungen „Über das Ziel hinaus“, die „Schwierigen Zeiten“ mit Kriegen, Unterbringung von Kriegsgefangenen und kurzzeitiger ziviler Nutzung bis hin zur Nachkriegszeit mit „Besatzern, die zu Freunden wurden“ und dem Ausbau der zivilen Luftfahrt. Der letzte Bereich widmet sich unter der Überschrift „Vom Betreten verboten zum Naherholungsgebiet“ dem Verhältnis von militärischer Nutzung und Natur.

Die Geschichte dieser wechselvollen Beziehungen zwischen Militär, Zivilbevölkerung und Landschaft ist vom 29.09.2017 bis zum 10.12.2017 in der Remise der Burg Wissem sowie im angrenzenden Portal zur Wahner Heide zu sehen. Dabei wird auch der Sonderstatus des Heidedorfes Altenrath in den Blick genommen.

Die Ausstellung wird vom Wahner Heide Portal Burg Wissem in Kooperation mit dem MUSIT, Museum für Stadt- und Industriegeschichte Troisdorf, dem Heimat- und Geschichtsverein Troisdorf, der Militärgeschichtlichen Sammlung Wahn, dem Geschichtsverein Rösrath, der Bundeswehr und mit Unterstützung des Archivs der Stadt Troisdorf realisiert.

Während der Ausstellungzeit finden folgende Sonderveranstaltungen statt:
Öffentliche Führungen am 8.10., 12.11. und 10.12.2017, Eintritt frei

03.10.2017, 11.00 Uhr, Spurensuche: Rundfahrt zu den militärgeschichtlich interessanten Punkten in der Wahner Heide, Leitung Ernst Wolfgang Hartung, Fahrt mit einem historischen Postbus, Kosten: 15 Euro pro Person, Anmeldung bei der Tourist-Information Burg Wissem unter Tel.: 02241-900456.

16.10.2017, 19 Uhr, Platzbedarf: Vortrag zur spannenden Perspektive der „Umweltgeschichte“ auf 200 Jahre Geschichte der Wahner Heide, mit Dr. Nils Franke, Wissenschaftliches Büro Leipzig, Eintritt frei, Anmeldung bei der Tourist-Information Burg Wissem unter Tel.: 02241-900456..

9.11.2017, 19.00 Uhr, Wie war das eigentlich? Erzählabend mit Zeitzeugen und Nachfahren, moderiert von Peter Haas, Eintritt frei, Anmeldung bei der Tourist-Information Burg Wissem unter Tel.: 02241-900456..

18.11.2017, 14 Uhr, „Hoffnungsthal“. Vom Kriegsgefangenenlager zum Kinderdorf. Exkursion zum ehemaligen Kriegsgefangenenlager „Hoffnungsthal“, Leitung Robert Wagner, Teilnehmergebühr: keine, es werden Fahrgemeinschaften ab Burg Wissem gebildet, Anmeldung bei der Tourist-Information Burg Wissem unter Tel.: 02241-900456..

Das Schulprogramm beinhaltet vier thematisch und methodisch unterschiedliche Workshops. Sie werden gefördert von der Städte- und Gemeindenstiftung der Sparkasse Köln und können daher für die Schulklassen kostenfrei angeboten werden. Die Angebote zielen besonders darauf ab, Kenntnisse über die historische Situation zu vermitteln, Ursachen und Wirkungen zu reflektieren und so die Deutungs- aber auch die Entscheidungskompetenz der Schülerinnen und Schüler am konkreten Beispiel regionaler Geschichte zu fördern.

Eine Dreiecksbeziehung im Wandel – der Talk!
Dauer: 90-120 Min., Alter: empfohlen für 10. Klasse
Eine ambivalente Beziehung zwischen Militär, Natur und Bevölkerung lässt sich in den letzten 200 Jahren in der Wahner Heide allemal feststellen. Wer war im Recht mit seinem Vorgehen und Forde-rungen, wessen Meinung stand hintenan? Wir nähern uns der Besonderheit dieser Dreiecksbezie-hung um diesen Flecken Natur anhand einer von den Schülern vorzubereitenden Talkshowrunde.

Wahner Heide – Nature vs. Technik
Dauer: 90 Min., Alter: empfohlen für 8./9. Klasse
Der Fortschritt der Technologie innerhalb der industriellen Revolution machte auch vor der Wahner Heide nicht halt. Wir beschränken uns auf drei Technologieentwicklungen. die die letzten 200 Jahre des Transport-/ und Waffenwesens der Wahner Heide deutlich prägten: Der Bau der Feldbahnstrecke 1877 bis 1916, die erste Landung eines Flugzeuges in Wahn 1913 und damit der Beginn des Flughafens Köln Bonn sowie die Nutzung der Heide ab 1951 als Standortübungsplatz für Panzertruppen. Anhand dieser Ereignisse in und um die Wahner Heide erkunden wir den geschichtlichen sowie geografischen Aufbau und Wandel der Heide.

Altenrath is moving – Ein Dorf muss weichen
Dauer: 90 Min., Alter: empfohlen für 8./9. Klasse
Kinder wechseln die Schule, die Familie muss umziehen in eine ungesicherte Zukunft, weg von Familie und Freunden, das Geld reicht nicht für ein neues Haus und die Oma auf dem Friedhof darf man nun nur noch mit einem Passierschein besuchen. Ein Dorf hört auf zu existieren – dies war die unmögliche und für die damaligen Bewohner Altenraths tragische Realität kurz vor dem 2. Weltkrieg. Wir versetzen uns in die Lage damaliger Bewohner und durchleben mit ihnen die Tragik der verlorenen Heimat.

Hoffnungsthal – vom Gefangenenlager zum Kinderheim
Dauer: 90 Min., Alter: empfohlen für 8./9. Klasse
„Arbeitskommando 281 des Truppenübungsplatzes Wahn“ – so nannte man das Kriegsgefangenen Lager in der Wahner Heide auch, „Hoffnungsthal“ war der gebräuchlichere, wenn auch zynische Name. Insassen aus mindestens elf verschiedenen Nationen waren zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in den Baracken nahe Rösrath untergebracht und viele konnten an nichts anderes denken als an Flucht. Doch wie stellt man das bei Vollzeitüberwachung am besten an? Diese Frage stellen wir uns vor der Nachbildung des Lagers und erproben gemeinsam die verschiedenen Fluchtwege und –mittel mit dem langersehnten Wunsch nach Freiheit.

Weitere Informationen und die Terminvereinbarung erfolgen über das Portal Burg Wissem. Der Besuch der Ausstellung und die Teilnahme an den Workshops sind kostenfrei. Ansprechpartnerin ist Beate von Berg, Tel.: 02241/900425, Mobil: 0179/9495132, Mail: vonbergb@troisdorf.de.

Veranstalter:

  • Portal Burg Wissem

Ort/Treffpunkt:

  • Portal Burg Wissem